Wohnpuzzle

15. Juni 2022 Mehr

Das Wohnungsprojekt mit dem dazu passenden Namen „Puzzle Link“  ist eine hybride Zone vielfältiger Funktionen. Das Bestreben des Architekturbüros ­GHEORGHE war es, aus einem Dachgeschoss ein strukturiertes Zimmer mit Bereichen für Eltern und Kinder zu entwerfen. Warme Materialien schaffen dort eine einladende Atmosphäre und spielen bewusst mit Sichtbeziehungen. Mit ihrem Projekt verdeutlichen die Architekten, dass nur kleine bauliche Veränderungen einen Wohnbereich dauerhaft aufwerten können.

 

 

Der Dachausbau des Wiener Architekturbüros steht im Zeichen der Nachhaltigkeit. Als primäres Baumaterial diente den Planern Holz – aus 698 individuell hergestellten Elementen kreierten die Architekten dreidimensionale Strukturen, die als Raumteiler fungieren und das Dachgeschoss der Wiener Wohnung in individuelle, private Zonen untergliedern. Die Konstruktion beinhaltet dabei nicht nur eine Ebene, sondern sie weist zusätzliche Zwischengeschosse auf – Letztere sind über Holztreppen zu erreichen. Dabei schafften es die Experten, die Blickbezüge zu anderen Arealen im Raum aufrecht zu erhalten. Das Ziel war es, Eltern sowie Kindern Privatsphäre zu ermöglichen und gleichzeitig Kommunikationswege offen zu halten. Die einzigartige, offene Raumanlage ermöglicht es der Familie dadurch, einander im Alltag näher zu kommen. Mit ihrem Mut zur Offenheit war es den Architekten also möglich, Flexibilität mit Privatsphäre unter einen Hut zu bringen. Mit dieser Herangehensweise definieren sie Intimität im Wohnraum neu.

 

 

Kernstück des Wohnraumes ist der Arbeitsbereich der Eltern. Hölzerne Strukturen grenzen die etwas höher gelegene Zone ab, wobei sie gleichzeitig einen Blick auf den Gemeinschaftsbereich zulassen. Auch Areale zum Entspannen wurden in die Galeriebereiche integriert. Die Wohnfläche beinhaltet damit alle Bereiche für eine abgerundete Alltagsgestaltung. Die Familie findet so im privaten Raum zueinander, ohne dass die Individualität der Einzelperson verloren geht. Doch nicht nur die Raumaufteilung selbst kann sich sehen lassen. Denn GHEORGHE schaffte es, neue und alte Bauelemente stimmig miteinander zu verknüpfen. Ganz bewusst heben sich die hölzernen Strukturen im Bestand ab. Das gelungene Wechselspiel der Materialien verleiht der Wohnung eine dezente Einzigartigkeit.

 

 

Es sind nicht etwa auffällige Farben und dominante Kontraste, die das Wohnprojekt in Szene setzen – vielmehr bringen natürliche Materialien und stimmige Geometrien dessen Vorzüge zur Geltung. Die neuen Installationen heben sich durch dreidimensionale Strukturen ab, während sie sich trotzdem nahtlos in den Bestand einfügen. Gleichzeitig dominiert die weiße Farbe im Dachgeschoss – in Kombination mit mehreren Dachfenstern taucht sie den Raum in ein freundliches Licht. Prominenter Blickfang ist im Wohnbereich lediglich der Küchenblock, der als schwarzer Monolith gleichzeitig die Eingangstiege überdeckt. Seine Form orientiert sich an den Abschrägungen der Dachhaut, weshalb sich das Möbelstück trotz des leichten Kontrastes stimmig in den Raum integriert.

www.gheorghe.cc

 

 

Text: Dolores Stuttner
Fotos: Frame9

 

Kategorie: Projekte