Activity Based Working

12. Februar 2016 Mehr

Gelungener Aufbruch in eine neue Arbeitswelt. Es ist schon einige Zeit her, als Sie in einer Ausgabe dieses Magazins über ‚Activity Based Working‘ lesen konnten. Und unsere Gesellschaft, speziell die Arbeitswelt, verändert sich schneller, als man manchmal wahrhaben möchte: Von der Industrie- zur Wissensgesellschaft, von der standardisierten Arbeitsteilung hin zu vernetzten, interdisziplinären und prozessübergreifenden Tätigkeiten, von traditionellen zu flachen Hierarchien, vom fest zugewiesenen Schreibtisch zur tätigkeitsbasierten Arbeitsweise in verschiedenen Umgebungen – alles ist im Fluss. Dementsprechend verändern sich auch Objekte und Infrastrukturen, um diesen Veränderungen gerecht werden.

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Mit der neuen M.O.O.CON home.base, gestaltet vom Architekturbüro propeller z/Carmen Wiederin, hat man einen Show-Case mit unterschiedlichsten Arbeitsmodulen für diverse Tätigkeiten geschaffen, in dem das Prinzip ‚teilen statt besitzen‘ oberste Priorität genießt. Während früher Arbeitsplätze für Mitarbeiter geschaffen wurden, so gestaltet man heute Möglichkeiten für sein Tun. So wurden ausgehend von sieben Tätigkeitsarten – erledigen, fokussieren, entwickeln, zusammenarbeiten, vernetzen, lernen, erholen – zehn Raummodule in den Räumlichkeiten entwickelt. Aufgrund ihrer Bau- und Ausstattungsqualitäten – offen/geschlossen, Akustik, Lichtverhältnisse, Möblierung etc. – eignen sich manche Raummodule wie Workshop-, Meetingräume oder Nischen eher für kommunikative Tätigkeiten, andere wie beispielsweise Fokusräume und Solo-Boxen eher für konzentrierte Alleinarbeit.
Es gibt ausreichend Platz für jede Tätigkeit, was die mobile, interdisziplinäre und prozessübergreifende Wissensarbeit besser unterstützt. In so einem Umfeld lassen sich auch unterschiedliche Gehirnareale aktivieren, was unserer Innovation und Kreativität förderlich ist.

Anlässlich der Eröffnung der neuen Arbeitsräume Anfang Oktober 2015, fand ein interessantes Gespräch zwischen Karl Friedl, Herbert Zitter (beide M.O.O.CON) und Harry Gatterer (Zukunftsinstitut Österreich) statt. Letzterer benutzte die Bezeichnung des sogenannten ‚tätigkeitsorientierten und gehirngerechten‘ Büros als eine Variante der Büroumgebung, die Wissensarbeitern heute zur Verfügung gestellt wird. Der heutige Wissensarbeiter benötigt auch ‚entfunktionalisierte‘ Räume, um Kreativität zu entfalten. Es ist egal, ob er am Schreibtisch, in der Kantine, in der Lounge oder an der Bar sitzt, Arbeiten ist immer möglich, die Umgebung passt sich den Anforderungen an und vice versa. Arbeitsprozesse sind nicht länger eine standardisierte und sich wiederholende Abfolge von immer gleichen Tätigkeiten, sondern Dauer, Häufigkeit und Ablauf von Tätigkeiten wechseln dynamisch, schnell und unvorhersehbar. Sequenziell, parallel und im Wechselspiel finden Präsentation, Information, Kommunikation, Konzentration, kreatives und interdisziplinäres Arbeiten statt. Schnittstellen, sowohl zwischen den einzelnen Tätigkeiten innerhalb eines Arbeitsprozesses als auch prozessübergreifend, werden häufiger und vielfältiger.

Fotos: ©Walter Oberbramberger
Text: Peter Reischer

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Kategorie: News, Projekte

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