Der Architekt Gustav Peichl legt Pläne zur Teilerhaltung des ORF-Zentrums am Wiener Küniglberg vor

7. September 2009 Mehr

Peichl schlägt vor, ein Drittel der Anlage zu “opfern”, um dort Wohnungen zu bauen

Wien (OTS) – Wie das Nachrichtenmagazin “profil” in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, greift der Architekt Gustav Peichl nun in die Diskussion um das von Roland Rainer erbaute ORF-Zentrum am Küniglberg ein. Peichl legt gemeinsam mit seinem Kollegen Rudolf Weber ein weit gediehenes Konzept vor: Er will das ORF-Gebäude erhalten und zugleich Investoren die Gelegenheit geben, auf dem prominenten Hietzinger Grundstück zu bauen. Da Peichl fürchtet, dass der Denkmalschutz wegen wirtschaftlicher Interessen aufgehoben werden könnte, favorisiert er einen Kompromiss. Sein Entwurf sieht vor, ein Drittel der Anlage – das Areal hinter dem Haupthaus, längs der Allee – zu “opfern”, um dort Wohnungen zu bauen. Konkret sollen 21.500 der rund 75.000 Quadratmeter großen Grundfläche umgewidmet werden. Mit dem Plan käme man, so Peichl, “Investoren entgegen, die dort Geld machen wollen. Man opfert etwa ein Drittel des Bestandes, bewahrt den vorderen Teil aber im Sinne Rainers.”

Er wolle die neuen Häuser übrigens nicht selbst bauen, sagt Peichl, sondern die Aufgabe Rainer-Schülern übertragen, die im Geiste ihres Mentors ein Ensemble planen sollen, das mit der Architektur des ORF-Zentrums harmoniere. Die von der Stadt Wien favorisierte Absiedlung des ORF nach St. Marx nennt Peichl “undenkbar”, die Gebäude dort hält er für “ungeeignet”. Es handle sich um “misslungenen Städtebau”. Ende September soll im ORF-Stiftungsrat über neue Konzepte beraten werden.

Kategorie: Tagesaktuelles

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