„PLATTEN.bau – Fläche macht Raum“ noch bis 21.12.

7. Dezember 2009 Mehr

Trotz der außerordentlich hohen Zahl an StudienanfängerInnen verwirklichte das Institut für Kunst und Gestaltung an der Fakultät Architektur und Raumplanung der TU Wien im Sommersemester 2009 ein richtungsweisendes Projekt: Rund 700 ArchitekturstudentInnen des zweiten Semesters hatten Gelegenheit, im Rahmen einer sechswöchigen, als Wettbewerb angelegten Projektarbeit Vorschläge für den öffentlichen Raum (konkret für den Karlsplatz) zu entwickeln. Gefordert waren eigenständige Ideen für Objekte, Interventionen oder Möbelskulpturen, die aus Compact Exterior Platten von FunderMax gefertigt werden können.

Univ.Prof. Mag. Christine Hohenbüchler, Institutsvorstand, dazu: „In unserer (für alle StudienanfängerInnen verpflichtenden) zweisemestrigen Grundlehre beschäftigen wir uns intensiv mit dem öffentlichen Raum. Da kam die Einladung von FunderMax zu einer Projektkooperation wie gerufen, da die Studierenden so den Anreiz hatten, etwas zu entwerfen, was nicht nur in ihrer Projektmappe verbleibt, sondern die Chance auf Verwirklichung hat. Dennoch war es“, betont Hohenbüchler, „ein waghalsiges Unterfangen. Denn man weiß nie, ob es gelingt, Studierende des zweiten Semesters entsprechend zu motivieren, ohne sie zu überfordern. Außerdem war es für uns eine enorme Herausforderung, 700 junge Leute mit ganz unterschiedlichen Ideen kompetent zu betreuen.“

Zwei Objekte am Karlsplatz – Ausstellung mit über 140 Arbeiten im Kuppelsaal der TU
Von den rund 700 abgegebenen Arbeiten gelangten schlussendlich etwa 140 Arbeiten in eine Vorauswahl. Aus dieser Vorauswahl wählte dann eine Jury unter dem Vorsitz von Studiendekan Ao.Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr. Christian Kühn 18 PreisträgerInnen in drei Wettbewerbskategorien.

Zwei dieser Entwürfe wurden als Objekte für den öffentlichen Raum gebaut und sind ab Mitte November 2009 für die Dauer von fünf Wochen am Karlsplatz zu sehen – zwischen U-Bahn-Passage und dem Weihnachtsmarkt, der zeitgleich eröffnet wird. Das dritte, für den Außenraum konzipierte Objekt, die drei prämierten Oberflächendesigns in Form von Musterplatten und einige Möbelstücke mit den – von den Studierenden entworfenen – Dekoren sind bei einer Ausstellung im Kuppelsaal der TU zu besichtigen, die am Freitag, dem 20. November 2009, um 18.00 Uhr eröffnet wird. Dabei ebenfalls zu sehen sind alle 140 Collagen, die in die Vorauswahl kamen. Zudem wird der sorgfältig gestaltete Katalog präsentiert, der 70 ausgewählte Arbeiten zeigt.

Kooperationspartner FunderMax ermöglicht Verwirklichung der Objekte
FunderMax trat als Kooperationspartner des Instituts für Kunst und Gestaltung auf, stiftete die Preise für den Wettbewerb und verhalf sechs der prämierten Entwürfe dazu, dass sie Wirklichkeit werden konnten. „Die Auseinandersetzung mit Neuem ist bei FunderMax seit Ende der 80er Jahre unverzichtbarer Bestandteil der Unternehmenskultur“, erläutert Erlfried Taurer, Geschäftsführer von FunderMax, die Hintergründe der Kooperation. „Das zeigt sich im Umgang mit Produktentwicklung und technischer Innovation. Das wird offenbar in der Werksarchitektur, die maßgeblich von Vorreitern wie COOP HIMMELB(L)AU oder Günther Domenig geprägt wurde. Und das äußert sich in Kunstsponsoring-Projekten.“

„Bei der Kooperation mit der TU Wien“, so Taurer weiter, „gehen wir erneut nicht den üblichen Weg. Doch uns hat der unkonventionelle, künstlerische Zugang des Instituts für Kunst und Gestaltung imponiert. Den Lehrenden unter Institutsvorstand Univ.Prof. Christine Hohenbüchler gelingt es auf beeindruckende Art und Weise, eingefahrene Gestaltungsmuster aufzubrechen und neue Perspektiven zu eröffnen. Das ist herausfordernd, manchmal irritierend, vor allem aber bereichernd. Wir als Unternehmen der Wirtschaft schätzen dieses ‚kreative Störfeuer‘, das uns anstößt, herkömmliche Konzepte hinter uns zu lassen und neue Wege zu gehen.“

Die Ausstellung
Kuppelsaal der Technischen Universität Wien, Karlsplatz 13, Stiege 1, 4. Stock
Freitag, 20. November 2009, 18.00 Uhr – Eröffnung
Samstag, 21. November 2009, 10.00 bis 14.00 Uhr
Montag, 23. November 2009, 10.00 bis 18.00 Uhr
Objekte im öffentlichen Raum, Karlsplatz in unmittelbarer Nähe des Haupteinganges der TU:
20. November bis 21. Dezember 2009

Die Preisträger
In den drei Kategorien „Projektrealisierung“, „Oberflächendesign“ und „Projektprämierung“:
Carolina Eccli (Projektprämierung)
Mario Gamser (Projektprämierung)
Bianca Gaspar (Projektrealisierung)
Anna Geher (Projektprämierung)
Rosemarie Gondor (Oberflächendesign)
Sarah-Sophie Gruber (Projektprämierung)
Clemens Hoke (Projektprämierung)
Janine Jakubik (Oberflächendesign)
Mario Juric (Projektprämierung)
Michaela Liepert (Projektprämierung)
Ognjen Momic (Projektrealisierung)
Oliver Niklas Posch (Projektprämierung)
Jasmin Redl (Oberflächendesign)
Claudia Scheffel (Projektprämierung)
Kerstin Schön (Projektprämierung)
Lorenz Schreiner (Projektrealisierung)
Adina-Denisa Tomi (Projektprämierung)
András Vernes (Projektprämierung)

Die Jury
Christian Kühn (Studiendekan und Juryvorsitzender)
Heinrich Agfalterer (Projektbetreuer FunderMax)
Barbara Holub (Künstlerin und Architektin)
Walter Pardeller (Künstler) und
die Institutsangehörigen Christine Hohenbüchler (Institutsvorstand und Projektbetreuerin), Karin Harather (Projektbetreuerin), Otto Mittmannsgruber (Projektbetreuer) und Renate Stuefer (Projektbetreuerin)

Über das Institut
Das Institut für Kunst und Gestaltung an der Architekturfakultät der TU Wien (Abteilung Zeichnen und visuelle Sprachen) ist inhaltlich positioniert an der Schnittstelle zwischen Architektur, Kunst und urbanem Raum. Die künstlerische und wissenschaftliche Forschung wird mit dem neu geschaffenen Abteilungsschwerpunkt „Kunst und öffentlicher“ Raum verstärkt dahingehend fokussiert.
In der Lehre ist das Institut mit seinen Lehrveranstaltungen sowohl in der Grundlehre des Bachelor-Studiums als auch im Modul- und Wahlfachsystem des weiterführenden Master-Studiums verankert: Die für alle StudienanfängerInnen verpflichtende zweisemestrige Grundlehre sieht die praktische und theoretische Vermittlung von Basisinhalten des Raum suggerierenden Freihandzeichnens in enger Verbindung mit fotografischen Aufgabenstellungen und einer ersten Annäherung an digitale Medien vor. In der weiterführenden Lehre des Masterstudienabschnitts werden vor allem mit den Modulen „Kunsttransfer“ und „Visuelle Kultur“ unterschiedlichste kunstspezifische Themenbereiche im öffentlichen Raum, in der visuellen Wahrnehmung und hinsichtlich kunst- und kunstwissenschaftlicher Fragestellungen bearbeitet.

http://e2641.kunst.tuwien.ac.at

Kategorie: Tagesaktuelles