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74 architektur FACHMAGAZIN Licht Es werde lichter! Die Stadtpfarrkirche St. Michael in Brixen wurde bis September 2016 umfassend saniert. Im Rahmen dieser Baumaßnahmen erhielt das Gotteshaus auch ein neues Lichtkonzept, das auf energieeffiziente LED-Beleuchtung setzt. Text: Peter Zöch, Bartenbach lighting design Fotos: Peter Bartenbach Zahlreiche Kirchen prägen das Bild der Südtiroler Stadt Brixen. Mitten im Zentrum des mittelalterlichen Bischofssitzes ist dies hauptsächlich der Dom. Aber vom Dom nur getrennt durch den alten Friedhof, steht die Stadtpfarrkirche St. Michael. Dieses Gotteshaus, traditionell die Kirche für die Bürger der Stadt, geht zurück auf die romanische St. Michaelskirche aus dem 11. Jahrhundert, auf deren Grundriss man später eine gotische Kirche baute. Von außen sieht die spätgotische Hallenkirche aus der Zeit um 1500 nach wie vor aus wie damals. Der Innenraum wurde aber nach 1750 barockisiert. Unter anderem entstanden Deckenfresken des Paul Troger-Schülers Josef Hautzinger in den Gewölben des Kirchenschiffs. Die Deckenfresken, oder vielmehr deren Verschmutzung, gaben mit den Ausschlag für die Sanierung des Baus. Seit 1974 sorgte nämlich eine Luftheizung für angenehme Temperaturen in der Kirche, allerdings mit dem unangenehmen Nebeneffekt, dass das Heizungsgebläse Staub und Rauch aufwirbelte und in den Kirchenraum blies. Der Ruß legte sich auf Fresken, Wände, andere Malereien, Stuckaturen und die Einrichtung. Bereits in den Jahren 1983/84 brachte eine Säuberungsaktion wieder Glanz in den Kirchenraum. Allerdings änderte sich bei der Heizung nichts, sodass sich der Ruß- und Staubschleier wieder über die Kircheneinrichtung legte und seit 2013 abermals Vorbereitungen für eine Restaurierung liefen. Diese sollte sich nicht auf die Sanierung beziehungsweise Reinigung der Altäre, Fresken, Ölbilder, Statuen und der Einrichtung beschränken. Vielmehr sollte die Chance genutzt werden, nicht nur das Heizungssystem, sondern auch die Elektro- und Beleuchtungsanlage zu erneuern. Denn die Elektroleitungen waren in die Jahre gekommen, und außerdem war es vielen Messbesuchern in ihrer Kirche zu „finster“.


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