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114 architektur FACHMAGAZIN shopstyle Konsumtempel zwischen Reduktion und Üppigkeit Man kann mehrere grundsätzliche Richtungen unterscheiden, wie sowohl Shops als auch Restaurants, Boutiquen und dergleichen heutzutage eingerichtet werden: Die eine ist nüchtern, geprägt von konstruktiven Elementen, die Anzahl der präsentierten Waren ist auf ein Mindestmaß reduziert, der Preis ist meist auch dementsprechend hoch. Diese Richtung entspricht auch einem Trend der Architektur, Skelettkonstruktionen sichtbar zu lassen und somit die Ehrlichkeit, die Reduktion wieder in den Vordergrund zu stellen. Text: Peter Reischer Die andere ist eine neue ‚Üppigkeit‘, ein Erzählen von Geschichten (storytelling), ein Überfrachten der Räume mit den verschiedensten Dekorationen und Elementen, auch aus anderen Stilepochen - es wird die Wirkung eines Basars erzeugt. Als Zwitter dieser beiden Richtungen entstehen die verschiedensten, hybriden Zwischenformen. Mal wird der Innenraum ausführlichst behandelt und mit architektonischen Elementen angereichert, mal wird bereits an der Schauseite der Architektur eine dem Inhalt entsprechende Gestaltung vorgenommen – dabei geht es um die psychologische Einstimmung des Kunden, meist bereits eine Vorselektion, wer überhaupt den Shop betreten soll. Auf jeden Fall ist in der Shoparchitektur der Wechsel zu einem Transportmedium, das Emotionen und vor allem Konsumlust auslösen soll, zu bemerken. © Francois Laliberté, Imagicom © Francois Laliberté, Imagicom


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