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www.architektur-online.com Holz 41 THE PINCH ist eine Bibliothek und ein Gemeinschaftszentrum in Shuanghe, Yunnan Province, China. Es ist Teil eines Wiederaufbauprojektes nach dem Erdbeben 2012, bei dem ein Großteil der Häuser zerstört wurde. Nach dem Beben sponserte die Regierung den Bau von Beton- und Ziegelhäusern und den großen neuen Platz. Beide standen aber lange Zeit leer und unbenutzt. Die Uni Hongkong förderte dann den Entwurf und die Errichtung einer Bibliothek – sie sollte den leeren Platz beleben und ein Erinnerungszeichen an die Zerstörung setzen. Sie steht entlang einer vier Meter hohen Stützmauer. Der Entwurf überwindet die Differenz und bildet so auch eine Brücke zwischen dem Platz und der neu erbauten Ortschaft. Das in einer dramatischen Doppelkurve gebogene Dach bietet tolle Aussichtspunkte über das Tal und die Gegend. Die Errichtung war ein Wissenstransfer-Projekt mit einem lokalen Holzbetrieb. Die überraschende Form beruht auf ganz einfachen Ideen und Prinzipien: Es wurde eine Reihe Fachwerkträger zwischen der Kante der oberen Ebene und dem neuen Platz verankert. Jedes Fachwerk hat eine andere Form und so entstand die Dachform, sie ist mit Alu-Blech bedeckt und mit Holzbrettern verkleidet. Im Innenraum verwendete man die Fachwerke um ein ‚schwebendes‘ Bücherregal anzuhängen. Mit dieser Architektur sollte gezeigt werden, dass man auch in abgelegenen Gebieten Chinas zeitgemäße Holzkonstruktionen errichten kann. Für das Unternehmen Ekimetrics hat Architektin Estelle Vincent eine neue Inneneinrichtung in einem Palais am Champs Elysees entworfen und gebaut. Sie ist sowohl mathematisch intellektuell wie auch jung, dynamisch und künstlerisch und vor allem – sie ist aus Holz. Die verschiedensten Funktionen wie Einzelbüros, Versammlungsräume, Lagerflächen und Galerie werden durch die in den Raum gestellten Einbauten abgedeckt. Das Material in seinen unterschiedlichsten Ausformungen (Flächen, Wände, Leisten, Pfosten) kontrastiert mit den üppigen Dekorationen des Palais, stört sie jedoch nicht sondern fügt sich gleichzeitig ein. © Arnaud Schelstraete © Arnaud Schelstraete © Ottevaere/Lin © Ottevaere/Lin


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