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architektur FACHMAGAZIN 48 Innovative Technik & Systeme (rp) Der Keller Der Bau nutzt in den beiden Untergeschossen den Kontakt zum Erdreich für eine Vorklimatisierung und Erneuerung der Luft mittels zweier ‚Luftkammern‘. Eine wird durch die die Außenwände des Kellers erzeugenden Träger und deren Zwischenräume gebildet, und die andere befindet sich in der luftdurchströmten Fundamentplatte. Das Klimamanagement Die Architektur enthält insgesamt drei Klimazonen. Sie sind von der Intensität der jeweiligen Nutzung abhängig und jede Klimaart hat ihr eigenes, assoziiertes System. Klima A findet man in den Zwischenbereichen – sie werden ausschließlich durch das passive Klimasystem klimatisiert oder geheizt. Klima B ist in den Büros, hier wird die natürliche Belüftung mit einem Heizkörper und einem halbpassiven System kombiniert. Klima C herrscht in den Labors und den Klassenräumen, die eher hermetische, abgeschlossene und konventionelle Funktionen beherbergen. Der Betrieb des Hauses wird ständig überwacht und von einem automatischen Computersystem kontrolliert. Dieses verwaltetesozusagen eine enorme Menge an wichtigen Informationen, um sowohl den Komfort in den Innenräumen wie auch den Energieverbrauch ständig zu optimieren. Die Steuerung soll immer das Maximum an passivem Energieeintrag im Gebäude erreichen und somit den Verbrauch von nicht erneuerbarer Energie minimieren. Die Architektur reagiert und adaptiert sich fortlaufend, öffnet und schließt, aktiviert und reaktiviert sich selbst – so verwaltet sie alle von der unmittelbaren Umgebung zur Verfügung gestellten Möglichkeiten. Dadurch ist auch die physische und psychische Wahrnehmung des Komforts durch den Nutzer wesentlich natürlicher und weniger künstlich als in den üblichen Klimaanlagensystemen. Die Materialien Beton als mineralisches Material mit einer großen thermalen Speicherfähigkeit und einer langen Lebensdauer wurde als Ausgangspunkt für die Tragstruktur gewählt. Holz als Produkt aus erneuerbaren Ressourcen für die sekundären Strukturen ist die fast logische Ergänzung dazu, es ermöglichte auch ein Trockenbausystem. Sämtliche weiteren Materialien sind vorzugsweise organisch oder recycelt, zumindest soweit wie möglich recycelbar. Das Wasser Das Gebäude optimiert und reduziert auch den Wasserverbrauch, indem es sowohl das Regenwasser nutzt als auch Grau- und Abwasser wiederverwendet.


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