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73 www.architektur-online.com Georges Batzios Architects Wenn Martin Heidegger vom „vierfältigen Schonen des Gevierts“ spricht, kommt dieses Denken der vorgeschlagenen Architektur der Georges Batzios Architects ziemlich nahe. Im Projekt des Konaki Averov Kulturzentrums in Larissa, Griechenland wird ein weit über eine normale Rekonstruktion greifender Ansatz sichtbar. Er bezieht auch die ursprüngliche, schon zerstörte Getreideebene Thessaliens mit ein und schafft somit ein utopisches Projekt der Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Bei „Griechenland“ denkt man in Mitteleuropa meist an Urlaub oder aber in letzter Zeit - aus bekannten Gründen - leider auch an Krisen und Schulden. Aus Griechenland kommen zur Zeit aber auch hochinteressante und wegweisende Projekte auf dem Gebiet der Architektur, von denen hier berichtet werden soll. 2014 wurde in der griechischen Stadt Larissa (sie liegt in der mittelgriechischen thessalischen Ebene) ein Wettbewerb zur Rekonstruktion eines alten, aus dem 19. Jahrhundert stammenden, landwirtschaftlich genutzten Bauwerkes ausgeschrieben – das Projektziel war die Schaffung des Konaki Averov Kulturzentrums. Den zweiten Preis errangen die Georges Batzios Architects mit einem außergewöhnlichen Projektvorschlag. Das öffentliche Wettbewerbswesen in Griechenland ermöglicht es der ausschreibenu den Stelle (in diesem Fall der Stadt Larissa), aus den ersten drei Plätzen einen für die Realisierung auszuwählen. In diesem Fall war dies der zweite Platz. Aufgrund der wirtschaftlichen Situation (nicht nur in Griechenland) wartet das Projekt jedoch derzeit auf eine Realisierung. Das alte Konaki Averov Gebäude war das wichtigste, der verstreut liegenden architektonischen Artefakte aus der Zeit der großen Landbesitze in Griechenland. Ein typischer Nutzbau mit dem, in diesen Gegenden üblichen, flachen Satteldach, mitten in der von goldfarbenen Getreidefeldern geprägten Landschaft. Seine Form war eine Beziehung von Architektur und Umraum. Diese Kombination von Gebautem und thessalischer Landwirtschaft schufen in der Zeit des Großgrundbesitzes Orte mit einzigartigen Besitztümern, immer in Beziehung zum Umraum und zur Kultur. Sie waren das Spiegelbild dieser Ära. Somit ist der historische Wert von Konaki Averov nicht nur in der architektonischen Form begründet, sondern ergibt sich auch aus der umgebenden Landschaft. Eine Renovierung oder Restaurierung der ursprünglichen Gebäude erwies sich aus vielerlei Gründen als nicht zweckmäßig. Die Zersiedlung und Ausbreitung der Stadt Larissa in ihr Umfeld hatte bereits die meisten physischen Merkmale der ehemals goldfarbenen, von riesigen Getreidefeldern dominierten Landschaft Thessaliens und der Architektur verschluckt. Die urbane Entwicklung und der Fluss der Zeit hatten deren Textur und Farbe verändert und entfernt. Der Vorschlag der Georges Batzios Architects bringt nun nicht nur eine Regeneration des Ortes, nicht nur der Bausubstanz wie eben des historischen Konaki Averov Gebäudes mit sich, sondern stellt einen modernen, strukturellen Kontext her. Das architektonische (Wettbewerbs-)Projekt nimmt an seinen beiden Endpunkten in der Gestaltung Anleihen an der ursprünglichen Architektur und schafft dazwischen einen langgestreckten Verbindungsbau, welcher die nötigen Volumina beherbergt. Die sichtbaren Paneele aus gepresstem Stroh bedeuten eine Wiederverbindung mit der Geschichte des Ortes im 19. Jahrhundert. Diese Gebäudehüllen bestehen aus 40 cm gepresstem Stroh. Die Außenhaut bildet eine transparente Isolationsschicht aus einer Polykarbonatfolie, dahinter sind die (sichtbaren) Strohballen auf einer Aluminiumkonstruktion befestigt und die Innenseite wird mit Gipskartonplatten abgedeckt.


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