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77 www.architektur-online.com Erik Knippers, het Architectenforum Die Station für Rettungsfahrzeuge in der niederländischen Stadt Zeist von Erik Knippers/het Architectenforum fügt sich schon jetzt, kurz nach ihrer Eröffnung im April dieses Jahres, fast völlig in die umgebende Waldlandschaft ein. In einigen Jahren wird sie komplett überwachsen und fast unsichtbar sein. Auch das ist Nachhaltigkeit! Die Station für Rettungsfahrzeuge in der niederländischen Stadt Zeist ist von gebogenen Holzkonstruktionen und mit Pflanzen überwachsenen, geneigten Wänden gekennzeichnet. Das hilft, um sie in die Natur der Umgebung zu integrieren – sie versteckt sich fast darin. Das Utrechter Büro Architectenforum, geleitet von Erik Knippers, hat die Rettungsstation für eine Stelle am Stadtrand entworfen, direkt neben einem Spital und an den anderen drei Seiten von Wäldern flankiert. Die Anforderung des Auftraggebers waren, ein Gebäude mit einem niedrigen CO2-Fußabdruck durch Verwendung von erneuerbaren Baumaterialien zu schaffen, um es in den natürlichen Kontext der Umgebung einzugliedern. Die Rettungsstation wird nie von Patienten betreten oder von der Öffentlichkeit benutzt und deshalb zeigt die zur Straße gerichtete Fassade nur die Einfahrtstore für die Rettungsfahrzeuge, überdeckt und zusammengefasst von einer soliden, gekurvten Linie, welche die Dachkante bildet. Keine großartigen Gesten, nichts Auffallendes, sondern eine eher schlichte Formensprache an der direkten Zufahrt zum Spital. Es existiert keine „Hauptfassade“, sondern statt ihr nur begrünte, ansteigende Wände, die sich in die gebogene Dachform integrieren und so die Architektur mit den umgebenden Bäumen und Formen des Waldgebietes verschmelzen. Die Oberflächen der aufsteigenden Wandflächen sind mit einem Metallgitter überdeckt, dieses bietet für schnell wachsende Kletterpflanzen ein Gerüst. Zwei Drittel der Oberfläche sind mit Efeu (Hedera helix) und der Rest mit Waldreben (Clematis montana ‚Rubens‘) bepflanzt. So ergibt sich im Frühjahr eine weiß-violett gesprenkelte Fläche. Da das Efeu winterhart ist, ist auch in der kalten Jahreszeit eine „optische“ Bedeckung der Halle gesichert. Die Dachoberfläche selbst besteht aus einem Teppich aus pflegeleichter Fetthenne (Sedum). So wird bald der Eindruck eines überwachsenen Hügels in der Waldlandschaft neben dem Spital entstehen. u


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