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architektur FACHMAGAZIN 78 Energie Der Aufenthaltsraum bietet reichlich Freiraum für die Rettungsfahrer. Das von Bäumen bewachsene Grundstück für die Station verlangte einen L-förmigen Grundriss, welcher sich sorgfältig um bestehende alte Buchen herumwickelt. Diese Bäume tragen nun zur Verschattung der vier Meter hohen Glasfenster des Aufenthaltsraumes bei, der sich auf eine schattige Terrasse öffnet. Die gekurvten Träger, welche die Grundkonstruktion der Rettungsstation bilden, sind aus „Glulam“, ein im konstruktiven Ingenieurbau verwendetes Leimholz. Das ermöglichte die großen, benötigten Spannweiten, die mit normalen Holzträgern nur schwer zu erreichen gewesen wären. Schichtverleimtes Holz eignet sich perfekt, um gebogene Träger in einem Stück mit einer Minimierung von Holzabfall zu erzeugen. Die Träger sind genau in der benötigten Form produziert worden, um das bogenförmige Dach samt aufsteigenden Wänden zu realisieren. Sie sind im Inneren sichtbar geblieben und so ein bestimmendes Kriterium des Designs und der Raumatmosphäre. Vertikale Holzverschalungen bedecken die übrigen (neben der Eingangsseite) Ansichten und betonen so den Anspruch der Nachhaltigkeit des Bauwerkes. Bei den Außenverkleidungen hat man Thermowood Frake – in den Niederlanden ein häufig verwendetes Thermoholz – verwendet und auch alle Fenster sind dreifach verglast und aus Accoya-Holz produziert. Der Garagenraum für insgesamt sechs Ambulanzfahrzeuge, welcher den Vorderteil des Gebäudes einnimmt, hat transparente Rolltore und kreisförmige Oberlichter, um eine ausreichende Tageslichtversorgung des Innerraumes zu gewährleisten. Es gibt auch einen Bereich für die Fahrzeuge der Mitarbeiter und einen (landestypisch) Fahrradraum. Ein Korridor mit gebogener Decke auf der einen Seite der Garage führt zu den Garderoben, dem Büro und dem Aufenthaltsraum auf der rechten Seite des Baus. Die Gebäudehülle ist ein hoch isolierter Umschlag mit hundert Fotovoltaikpaneelen. Ein regeneratives Stromsystem (All-Electric System) und eine Wärmepumpe für die Fußbodenheizung unterstützen zusätzlich die ökologische Performance der Architektur. So gesehen stellt dieser Bau eine sehr nachhaltige Architektur dar und ist (fast) energieneutral. Alles in allem ein schlichter Nutzbau, der aber zeigt, dass man nicht unbedingt in solchen Fällen auf Optik und Nachhaltigkeit verzichten muss. Die Mitarbeiter der dortigen Rettung sollen schließlich auch ein angenehmes, gesundes und freundliches Arbeitsumfeld haben.


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