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76 architektur FACHMAGAZIN Licht Licht Kunst Licht / U-Bahnhof Wilhelm-Leuschner-Platz in Leipzig © Christian Günther Deutscher Lichtdesignpreis 2015 Zum sechsten Mal wurde im Rahmen eines festlichen Galaabends im Frankfurter Palmengarten der Deutsche Lichtdesignpreis vergeben – Auszeichnungen in verschiedenen Kategorien für gelungene und wegweisende Lichtplanungen im deutschsprachigen Raum. Text: podpod design Im Glückstaumel wurden wir vor einem Jahr als Gewinner des Deutschen Lichtdesignpreis 2014 gefragt, an der Jury für den diesjährigen Preis teilzunehmen. Es war nicht schwer zuzusagen, entwickelte sich dann aber doch zu einer ziemlichen zeitlichen Herausforderung neben all unseren eigenen Projekten. Am 28. Mai fand in Frankfurt als Frucht all der Arbeit schließlich, ganz in Oscar-Manier, der Galaabend statt, wo wir als Laudatoren zwei der sechzehn Preise übergeben durften. Es wurden durchwegs planerisch hochwertige Projekte aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden eingereicht. Die sechsköpfige Jury, bestehend aus Architekten, Fachjournalisten und uns als Lichtplaner, traf eine Vorauswahl aus allen eingereichten Projekten. Der Auswahlprozess fand über 3 ganztägige Jurysitzungen statt. Zuerst wurde nach festgelegten Kriterien eine Vorauswahl von Projekten getroffen, die im Anschluss vor Ort besucht wurden. In der abschließenden Sitzung wurden schließlich die Nominierungen und Preisträger in der jeweiligen Kategorie fixiert. Für uns war es beeindruckend zu sehen, wie konzentriert, sachlich und zugleich leidenschaftlich die Jurysitzungen abgelaufen sind, sehr professionell, man spürte die kumulierte Erfahrung der Jurymitglieder. Juryarbeit Den Lichtraum selbst zu erleben ist noch mal eine Dimension mehr, als ihn auf einem Foto zu sehen – sei es auch noch so gut. Unser Büro durfte insgesamt elf Projekte besuchen, jeweils in Begleitung der Lichtplaner, Architekten und Betreiber – allein wegen der Einblicke ein Erlebnis für sich, am liebsten hätten wir alle eingereichten Projekte mit eigenen Augen gesehen! Wir haben, aus der für uns ungewohnten Sicht eines Jury-Mitglieds, gelernt, wie wichtig es bei der Einreichung ist – ähnlich wie bei einem Architekturwettbewerb – die Botschaft klar und prägnant zu vermitteln, sowohl im erklärenden Text als auch in den Darstellungen. Manche Juryentscheidungen waren völlig klar und einstimmig, bei anderen gab es heftige Diskussionen mit Argumenten nach verschiedenen Aspekten. Am Schluss wurde immer ein Konsens gefunden. So wurde schließlich Andreas Schulz mit seinem 26-köpfigen Team Licht Kunst Licht mit Büros in Berlin und Bonn zum Lichtdesigner des Jahres gekürt. Er versteht Lichtplanung als integralen Bestandteil der Architektur. Dabei steht vor allem die Wirkung von Licht im Vordergrund und weniger die formale Dominanz der Beleuchtungskörper. Unter seinen gekürten Projekten findet sich das Restaurant Drachenfelsplateau in Königswinter mit großartigem Blick auf den Rhein, der U-Bahnhof Wilhelm-Leuschner Platz in Leipzig mit seinen leuchtenden Glassteinen und, mit dem Jurypreis Tageslicht ausgezeichnet, das Kunstmuseum Ahrenshoop mit einer dynamischen Rauminszenierung, die Tages- und Kunstlicht untrennbar verbindet. Das Studio Licht Kunst Licht scheint irgendwie schon geahnt zu haben, dass die Sterne günstig stehen und war gar zahlreich erschienen: Bei der Verleihung des Lichtdesigner des Jahres füllte URBANSCREEN GmbH & Co KG / 320° Licht, Gasometer Oberhausen © Wolfgang Volz Dynamisches Licht Studio, DL / UNESCO-Welterbeband in Hildesheim © Dirk-Andre Betz,


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