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131 www.architektur-online.com edv Bild digital erfasst und die Daten sofort den Projekten, Gewerken und Vorgängen zugeordnet. Die digitale Vor-Ort-Dokumentation erübrigt das nachträgliche Eintippen und Zuordnen der Daten im Büro. Eingabemasken mit strukturierten Abfragen (Mangel, Projekt, Ort, Gewerk, Auftrag, Auftragnehmer, ggf. Subunternehmer, Beseitigungstermin, Priorität etc.), Vorlagen und Textbausteine beschleunigen die Erfassung. Vorgegebene Abfolgen und Automatismen sorgen dafür, dass Wichtiges nicht vergessen wird. Da bei der Mängelverfolgung auch juristische Aspekte zu beachten sind, unterstützt die Software Anwender auch beim Erstellen rechtssicherer Schreiben oder der Fristenverfolgung. Häufig wiederkehrende Mängel lassen sich über integrierte und individuell erweiterbare Textbausteine schneller beschreiben. Die Übernahme digitaler Projekt-, Adress- und Personendaten vereinfacht ebenso die Schreibarbeit, wie eine Auto-Vervollständigungsfunktion. Neben Dokumentationsfotos lassen sich auch gescannte Pläne, Planausschnitte oder Dokumente einbinden, teilweise auch Sprachnotizen oder Videosequenzen. Ist eine Bildbearbeitung integriert, können Fotos durch Hinweispfeile und Bildkommentare oder Bildkorrekturen ergänzt werden, ohne dass das Original verändert wird. Wertet die Software GPS-Daten der mobilen Hardware aus, können die Fotos auch geografisch verortet werden. Auswertungen: Wer macht die meisten Fehler? Aus den erfassten Mängeldaten können mithilfe individuell anpassbarer Musterschreiben sofort individuelle Mängelprotokolle, Mängelrügen oder Mahnungen generiert werden. Diese lassen sich in gängige Textverarbeitungsprogramme wie Microsoft Word einlesen und per E-Mail versenden. Fristen oder Nachfristen werden zur Terminüberwachung an den Terminkalender, z. B. von Microsoft Outlook übergeben, Adressen der Projektbeteiligtenliste entnommen. Bereits beim Programmstart erinnert eine Wiedervorlage-Funktion an Fristen oder Termine und wacht darüber, dass nichts vergessen wird. Digitale Baumängel-Manager lassen sich auch als Verwaltungs- und Auskunftssysteme einsetzen: Aus den Bauvorhaben bzw. Gewerken zugeordneten Mängelbeschreibungen entsteht quasi nebenbei eine Informationsdatenbank, die während des gesamten Bauprozesses wichtige Fragen beantworten kann: Welche Mängel hat welcher Auftragnehmer noch zu beseitigen? An welchen Stellen im Gebäude sind dieselben Mängel lokalisiert worden? Welche Bauabschnitte haben noch Mängel, welche sind mängelfrei? Welche Einheiten können wann übergeben werden? Such- und Filterfunktionen liefern schnelle Antworten auf alle Fragen, die sich im Zusammenhang mit einer termingerechten Baufertigstellung ergeben. Anhand eines Verzeichnisbaums kann teilweise auch die räumliche Mängelstruktur (Gebäude, Gebäudeabschnitt, Stockwerk, Raum) abgebildet werden. Werden aufgetretene Mängel konsequent auch im Plan eingetragen und verwaltet, ist bei einigen Programmen zusätzlich ein „visuelles Baumängel-Controlling“ möglich. So behält der Planer auch bei größeren Bauvorhaben den Überblick. Auch nach der Schlüsselübergabe sind die Daten wertvoll: Sie können für die Beweissicherung, Gewährleistungsdokumentation, zur Ermittlung sich wiederholender Schadensbilder oder für Statistiken genutzt werden: Welche Gewerke oder Firmen generieren die wenigsten/meisten Mängel? Welche Bauteile sind besonders fehleranfällig? Wie lange dauert die Mängelbehebung im Schnitt? Auch aufgrund dieser Auswertungsmöglichkeiten ist Software für das Baumängelmanagement nicht nur für Projekt- und Bauleiter ein wertvolles Werkzeug, sondern ebenso für Projektsteuerer, Baugutachter, Sachverständige, Immobilienunternehmen, Hausverwalter, Facility-Manager, Bauherren oder Investoren. Welche Lösungen gibt es? Viele digitale Baumängel-Manager sind in übergreifende Software-Lösungen eingebunden – vor allem in Bautagebuch-Programme (z. B. Bautagebuch mobile, siehe: architektur 04/14: Bautagebuch-Software: Wer schreibt, der bleibt). Einige Projektmanagement Programme (z. B. Projekt Pro, siehe: architektur 02/14: BMSP-Software: Mobile Manager) verfügen ebenfalls über Mängelmanagement-Funktionen, ebenso wie virtuelle Projekträume (z. B. eProjectCare, siehe: architektur 04/13: Virtuelle Projekträume) oder AVA-Programme (z. B. Cosoba, siehe: architektur 04/15: Vielseitige Planungswerkzeuge). Zu den Vorteilen dieser integrierten Lösungen gegenüber „Insellösungen“ gehören – neben der einheitlichen Bedienung – dass man Projektdaten, wie beteiligte Firmen und Personen, Leistungen, Termine etc. nicht mehrfach eingeben muss. Mittlerweile werden aber auch zahlreiche, speziell für das Baumängel Management und die multimediale Baustellen Dokumentation entwickelte Programme offeriert (z. B. DefectRadar oder OLMeRO Mängelmanagement, siehe auch Mit Smartphones und Tabletts und den entsprechenden Software-Applikationen lassen sich Mängel direkt vor Ort in Wort und Bild erfassen. © Datengut Leipzig Eingabemasken beschleunigen mit strukturierten Abfragen die Erfassung. © Projekt Pro Mängel mobil: Auch per App ist die Erfassung von Baumängeln mittlerweile möglich. © Vordruckverlag Weise


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