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96 architektur FACHMAGAZIN Licht Licht in der Architektur Sehen und Licht sind untrennbar miteinander verbunden. Ein Körper, eine Form, eine Skulptur und auch die Architektur leben vom Licht. Sie wird erst durch Sonnen oder Kunstlicht zum Raum und damit (möglicherweise) interessant. Das Mysterium des Sehens und Wahrnehmens beschäftigt seit Tausenden von Jahren Philosophen und Wissenschaftler (siehe Kasten). Architekten aller Kulturen versuchen seit jeher, das Licht in ihre Planung und Gestaltung als Element mit einzubeziehen. Ein sehr schönes Beispiel für die Wirkung von Licht ist die Architektur der Elsa Urquijo Architects, welche eine soziale, karitative Institution für die Padre Rubinos in A Coruña, Spanien, entworfen haben. Der klosterähnliche Bau bietet Schutz, Unterkunft, Erziehung und Pflege für Menschen in Not in einem einzigartigen architektonischen Komplex. Die den Körper bestimmenden Horizontalen stammen aus der Suche nach Friede und Erholung und dem Versuch, ein maßvolles, geordnetes Volumen zu erzeugen. Die Licht- und Schattenwirkungen entstehen hier gänzlich ohne Unterstützung zusätzlichen elektri- schen Lichtes. Allein die feinen Unterschiede von Schatten, Halbschatten und Licht formen die Plastizität der Architektur. Ein bestimmendes Merkmal der Anlage sind die Höfe, die sich als wiederholendes Element durch den Komplex ziehen. Sie tragen zur Klarheit, zu Licht und Schatten und der visuellen Kontinuität zwischen innen und außen bei. Verschiedene Volumina passen sich der Geländeformation dermaßen an, dass sowohl das Erdgeschoss wie auch das Obergeschoss in einem direkten Sichtkontakt mit der Natur und der Außenwelt stehen. © Elsa Urquija Architects © Elsa Urquija Architects © Elsa Urquija Architects


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