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97 www.architektur-online.com edv Berechnung. Vermisst wird am BIM-orientierten Planungsprozess die Möglichkeit der Abgabe eines BIM-Modells als „digitaler Bauantrag“. Damit wäre ein beträchtlicher Effizienzgewinn für sämtliche Beteiligten, für den Planer, die Genehmigungsbehörde und insbesondere auch für den Auftraggeber verbunden. Mehr als Herausforderung, denn als Problem sieht das Unternehmen ein geregeltes „BIM-Management“ zur verantwortlichen Modellbearbeitung. Nur durch diese Instanz und die konsequente Anwendung einheitlicher BIM-Standards wird ein stets konsistentes Gebäudemodell gewährleistet, an dem durch alle Planungsbereiche hindurch „live“ gearbeitet werden kann. Die digitalen Gebäudemodelle des Unternehmens werden dabei laufend auf geometrische Stimmigkeit überprüft, sowohl per manueller Plausibilisierung als auch durch eine teilautomatisierte Fehlerkennung, bevor in der darauffolgenden Phase darauf aufbauend weitergeplant wird. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist dem Unternehmen zufolge, die der BIM-Modellbearbeitung zugrunde liegende Methodik der Integralen Planung und die Bereitschaft der Projektbeteiligten zur Zusammenarbeit „auf Augenhöhe“. Inti-Plan Der Einstieg bei der Inti-Plan GmbH aus Freyung ging laut Geschäftsführer Alexander Binder relativ leicht vonstatten, da das Büro seit Gründung schon immer dreidimensional geplant hat. Die Umstellung und der Zeitaufwand für die Erstellung der 3D-Dateien waren für die Büromitarbeiter deshalb nicht hoch. Eine BIM-fähige TGA-Planungssoftware wurde quasi mit der Betriebsgründung angeschafft. Derzeit werden alle Projekte nach dem BIM-Standard realisiert und abgewickelt, sodass TGA-CAD-Software an allen Arbeitsplätzen installiert ist. Zusätzlich kommt eine Lichtsimulations-Software zum Einsatz. Soweit möglich, werden auch die BIM-Dateien von HLSK-Planerkollegen für Kollisionsprüfung genutzt. Binder zufolge ist der Einsatz der 3D-Planung sehr wichtig, da beispielsweise die Visualisierungen des 3D-Objektes sofort an die Touch-Panels für die mobile Projektpräsentation übergeben werden können. Außerdem werden die Massen der eingesetzten Artikel zum Teil automatisch an die Ausschreibungssoftware übergeben. Auch die IFC-Schnittstelle wird genutzt, wenn das entsprechende Datenformat von Architekten bereitgestellt wird, was jedoch selten der Fall ist. Andernfalls werden die 3D-Bauwerksdaten selbst erstellt. Es ist Binder zufolge immer mühselig, bei Grundrissänderungen die Pläne, die selbst in die Höhe gezogen wurden, zu ändern. Aber diese im Büro in das Projekt investierte Zeit ist laut Binder noch immer kostengünstiger, als daraus resultierende Probleme später im Rahmen der Bauleitung wieder bereinigen zu müssen. Den wesentlichen Vorteil der neuen BIM-Arbeitsmethode sieht Binder in der Möglichkeit, mit allen Projektbeteiligten die Dateien in einem einheitlichen Standard austauschen zu können, beispielsweise für Kollisionsprüfungen. Das Hauptproblem von BIM ist laut Binder die mangelnde Akzeptanz bei allen Projektbeteiligten. Hier müssten beispielsweise Softwarehersteller aktiver werden und BIM den Anwendern schmackhafter machen. Dass Mitbewerber auf dem Planungssektor derzeit noch nicht mitziehen, sieht man andererseits als Vorteil für das eigene Büro. nees Ingenieure Die beratenden Ingenieure und Sachverständige für Brandschutzplanung, Tragwerksplanung und Bauphysik aus Münster setzen BIM vorwiegend für Industriebau-Projekte ein. Zunehmend werden aber auch im konventionellen Hochbau immer mehr Projekte realisiert, ganz aktuell beispielsweise der Neubau eines Autohauses und eines Krankenhauses. Zum Einsatz kommt eine BIM-fähige Konstruktionssoftware – sowohl als Insellösung im Sinne des „Little BIM“ als auch in Kooperation mit Projektpartnern als ganzheitliches „Big BIM“. So wird beispielsweise am 3D-Gebäudemodell des Krankenhaus Neubaus in enger Abstimmung mit den Fachingenieuren geplant. So setzt laut nees die Konvertierung aus den IFC-Bauteilen in „echte“ modellorientierte Teile teilweise eine manuelle Nachbearbeitung voraus. Vermisst wird auch ein übergreifender Material- und Profilkatalog. Hinzu kommt, dass kombinierte Bauteilaufbauten, beispielsweise ein aus In der Praxis stellt die BIM-Arbeitsmethode neue Anforderungen an Planer, Planungswerkzeuge und Arbeitsabläufe. © nees Ingenieure Kollisionskontrollen gehören zu den am häufigsten genannten Vorteilen des BIM-Gebäudemodells. © Stiehm Ingenieurplanung Voraussetzung für eine umfassende BIM-Auswertung ist ein 3D-Gebäudemodell, das man sich allerdings häufig selbst erarbeiten muss. © Inti Plan


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