Pyramidenkogel neu

21. August 2013 Mehr

Pyramidenkogel 

In Sachen Holzbau kann man Österreich wirklich keine Rückständigkeit vorwerfen: Nun steht der weltweit höchste Turm in Holzbauweise in Österreich, in Keutschach am See/Kärnten.

Pyramidenkogel

Dabei wäre das Projekt – wie so viele wegweisende architektonische Projekte – fast am politischen Kleingeist der österreichischen Politiker gescheitert. Wie dem auch sei, jetzt erhofft sich vor allem die Holzwirtschaft einen kräftigen Aufschwung ihrer Branche. Und das nicht zu Unrecht: Mit dem hohen Grad an Vorfertigung, einem genauen Zeitplan der Lieferung der einzelnen Komponenten (just in time) bewies die Firma Rubner Holzbau/Ober-Grafendorf, dass in diesem Material vielleicht sogar der Werkstoff des 21. Jahrhunderts steckt. Der fast 100 m (bis zur Antennenspitze) hohe Aussichtsturm aus Holz wurde vom Architekturbüro Klaura, Kaden + Partner aus Klagenfurt und der Tragwerksplanung Lackner + Raml aus Villach geplant. Aus insgesamt 500 m3 Lärchenholz gefertigt, verleihen ihm 16 Steher mit einem Querschnitt von je 114 x 32 cm die geschwungene, dem Himmel zustrebende Form.

Pyramidenkogel

Diese bis zu 27 Meter langen Holzleimbinder wurden im Werk vorgefertigt und auf der Baustelle zügig/zeit- und budgeteffizient montiert. Sie bilden ein sogenanntes „Korbtragwerk“, das sich spiralförmig in den Himmel schraubt. Nach genau 441 Stufen, 10 Regelebenen mit einer Höhe von je 6,40 m und darüber zwei freiliegenden Aussichtsplattformen mit der jeweiligen Geschosshöhe von 3,20 m, oder wenn man es weniger schweißtreibend mag – nach der Fahrt mit dem Lift, ist man oben angelangt. Ein atemberaubender 360 Grad Panoramablick belohnt für die Mühe – allerdings sollte man schwindelfrei sein. In ca. 60 Meter Höhe kann man sich in der mit Panoramafenstern geschützten „Skybox“ aufhalten – sie ist für temporäre Veranstaltungen nutzbar.

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Ca. 500 m³ Brettschichtholz, 1.000 m² Brettsperrholz und 300 Tonnen Stahl (in Zusammenarbeit mit der Firma Zeman) waren notwendig, um in der Rekordzeit von nur fünf Monaten das Bauwerk zu vollenden. 10 elliptische Ringe, die sich alle 6,4 Höhenmeter um 22,5 Grad im Uhrzeigersinn drehen und 80 Diagonalstreben sorgen für die nötige Stabilität dieses „tanzenden“ Turmes.
Mit einer Rutsche von insgesamt 51 Meter Fallhöhe – wahrscheinlich auch ein Weltrekord – lässt sich dann ein weiterer Adrenalinstoß erzielen. Wer sich traut, wird nach 160 Metern Fahrt wieder ins Freie geschubst und befindet sich mit einem leichten Drehwurm wieder am Boden der Realität.

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Kategorie: Projekte

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