Kategorie: Projekte
Schillernde Mitte
KOGAA verwandelt die Touristeninformation TIC Brno mit einem irisierenden Raumeinbau in eine öffentliche Schnittstelle zwischen Besucherorientierung, lokaler Kultur und städtischem Alltag.
Patina als Prinzip
Bei vielen Nachhaltigkeitskonzepten stehen Kennzahlen, Zertifikate oder technische Innovationen im Mittelpunkt. Nicht so beim Shoreline Studio an der dänischen Küste, das einen anderen Ansatz verfolgt. Das kleine Atelier von Norm Architects setzt auf Reet, wiederverwendete Holzbalken, Ziegel und robuste Harthölzer – Materialien, die altern dürfen, statt ersetzt zu werden. Entstanden ist ein Rückzugsort, der Kreislauffähigkeit nicht als Zusatz versteht, sondern als Überzeugung.
Ein zweites Leben am Hafen
Seit den 1970er-Jahren prägt der Piraeus Tower die Silhouette des Hafens von Piräus. Entworfen wurde der 88 Meter hohe Turm von Ioannis Vikelas, Gerasimos Molfesis und Alexandros Loizos; fertiggestellt wurde er 1975. Genutzt waren über Jahrzehnte jedoch nur die ersten drei Geschosse. Der übrige Baukörper blieb weitgehend leer und wurde im Stadtbild zu einem Zeichen für ungenutztes Potenzial. Mit der jüngsten Transformation wurde diese Situation neu bewertet. Das Architekturbüro PILA entwarf die neue Fassade sowie die gemeinschaftlich zugänglichen Innenbereiche für Bürobesucher und Mieter.
Ein Büro voller Abfall
Mit Kantoor Vol Afval (Büro voller Abfall) haben Popma ter Steege Architects ein ehemaliges Bürogebäude des niederländischen Verteidigungsministeriums auf dem früheren Marineflugfeld Valkenburg in Katwijk für das Rijksvastgoedbedrijf umgebaut. Der Name des Projekts ist programmatisch gemeint: Das rund 2.100 Quadratmeter große Gebäude wurde mit dem Ziel renoviert, neue Materialien weitgehend zu vermeiden und den Wert vorhandener, rückgebauter oder andernorts frei werdender Bauteile neu zu bestimmen. Aus einem veralteten Gebäude entstand eine zeitgemäße Arbeitsumgebung für den niederländischen Staat und zugleich ein Pilotprojekt für kreislaufgerechte Sanierung im öffentlichen Bauwesen.
Nordic Flow
Leicht, hell, fast selbstverständlich fügt sich der Neubau in die ikonische Silhouette Helsinkis ein – und überrascht doch mit einer räumlichen und materiellen Tiefe, die sich erst beim Näherkommen wirklich erschließt. Mit Katajanokan Laituri ist am Südhafen von Helsinki ein Gebäude entstanden, das weit mehr ist als ein neuer Büro- und Hotelkomplex: Es ist ein Katalysator für die Transformation eines ehemals abgeschotteten Hafenareals in einen offenen, für alle zugänglichen Stadtraum.
Re-Form
Was bleibt von einem Gebäude, wenn man es nicht abreißt, sondern weiterdenkt? Bei „Trace” in London wird die alte Backsteinfassade in diesem Sinn zum Ausgangsmaterial einer neuen Gebäudehülle. Damit zeigen Bureau de Change, dass kreislauffähiges Bauen nicht nur eine Frage des Bewahrens, sondern auch des Übersetzens ist: von Bestand in Zukunft, von Abbruchmaterial in Architektur, von Erinnerung in neue Nutzung.
Klingendes Haus
Das denkmalgeschützte Hagenhaus am Ortsrand von Nendeln hatte Glück. Die historische Hofstätte fand mit der Musikakademie Liechtenstein einen idealtypischen Nutzer und mit Cukrowicz Nachbaur Architekten, die den wertvollen Bestand sehr behutsam wesensgemäß sanierten. Die Freiraumgestaltung von Vogt Landschaftsarchitekten verwebt die vier Bauten zum Ensemble.
Büro mit Wirkung
Mit dem North America Headquarters von HSBC in New York zeigt M Moser Associates, wie sich ein Unternehmenssitz als anpassungsfähige, ressourcenschonende und nutzerorientierte Arbeitswelt neu denken lässt. Das Projekt befindet sich in The Spiral am Hudson Yards und bündelt zuvor auf mehrere Standorte verteilte Funktionen in einer gemeinsamen Zentrale.
Ein Materiallager für die Zukunft
Wie lässt sich ein Bürogebäude bauen, das langfristig mehr Energie erzeugt, als für seinen Betrieb benötigt wird, nahezu ohne Beton auskommt und eines Tages vollständig in Materialkreisläufe zurückgeführt werden kann? Mit dem Projekt „Hortus” in Allschwil haben Herzog & de Meuron gemeinsam mit der Bauherrin Senn Resources AG eine Antwort formuliert. Der fünfgechossige Büroneubau basiert auf einer Holzrahmenkonstruktion ohne ein konventionelles Kellergeschoss, um den Einsatz von Beton zu vermeiden. Er versteht sich als Experimentierfeld für eine postfossile Architektur und beweist, dass Kreislauffähigkeit keine Einschränkung bedeutet, sondern neue architektonische Möglichkeiten eröffnet.
Temporäres Zuhause
Das von hirner & riehl architekten stadtplaner bda geplante Jugendwohnhaus in Straubing reagiert auf eine Aufgabe, die über die Bereitstellung von Schlafplätzen hinausgeht: Es verbindet temporäres Wohnen für Auszubildende mit gemeinschaftlichen, pädagogisch nutzbaren Räumen und einer auf Effizienz ausgelegten Holzbauweise. Das Haus dient dem Berufsschulverband Straubing-Bogen als Unterkunft für Jugendliche, die während des Blockunterrichts nicht täglich an ihren Wohnort zurückkehren können.
Verbunden im Kreuzelstich
Die Architektur der freien Pädagogik ist nicht nur eine Frage der offenen Raumkonzepte, sondern vor allem eine Frage des Materials, ist man bei Pedevilla Architects überzeugt. Was sie damit meinen, zeigt ihr Bildungsbau im alpinen Dorfsetting von Kössen. Böden und Möbel aus naturbelassenem Vollholz, tief verankert in der regionalen Baukultur, treten gegen die technische Rationalität von Stahlrohr und PVC-Beschichtung an. Ein Match mit klarem Sieger.
Klimagerechte Arbeitswelt
Am Mayr Campus im oberösterreichischen Scharnstein wurde Ende April 2026 ein neues Bürogebäude eröffnet, das die bestehende Betriebsstruktur um einen kompakten Holzbau ergänzt. Der Neubau ist Teil eines 32.000 m2 großen Areals, auf dem Entwicklung, Produktion, Innovation und Ausbildung des Unternehmens Mayr Schulmöbel räumlich zusammengeführt sind.








