Kategorie: Projekte
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Ein ehemaliges Sanitärgebäude aus den 1820er-Jahren wurde in ein zeitgenössisches Künstleratelier verwandelt – jedoch nicht durch Transformation, sondern durch bewusste Zurückhaltung. Das Butler Gallery Garden Studio in Kilkenny, Irland zeigt eindrucksvoll, wie Alt und Neu koexistieren können, wenn die Architektur lernt, sich zurückzunehmen.
Zeitschichten
Manche Gebäude erzählen Geschichte – andere machen Zeit sichtbar. Mit dem Brewery Yard im Central Park von Sydney gelingt Tzannes eine seltene Synthese aus industriellem Erbe, zeitgenössischer Architektur und nachhaltiger Energieinfrastruktur. Wo einst Bier gebraut wurde, entsteht heute ein urbanes Kraftwerk – räumlich, kulturell und ökologisch. Der Umbau zeigt, wie Alt und Neu nicht konkurrieren, sondern sich als lesbare Schichtung von Zeit gegenseitig verstärken.
Schwarze Bühne, roter Ziegel
In der Linzer Tabakfabrik haben die Haubenköche Sebastian Rossbach und Marco Barth ihre Pizzeria 22k eröffnet. Der Name spielt augenzwinkernd auf die Ablösesumme des Lokals an und setzt damit schon vor dem ersten Gang einen Ton zwischen Ironie und Präzision. Für das Interior zeichnet destilat verantwortlich – und die Entwurfsentscheidung ist so klar wie konsequent: Aus einem nur 50 m² großen Raum wird eine pointierte, fast bühnenhafte Kulisse für eine lässige kulinarische Spielwiese.
Halle mit Herz
Im 20. Wiener Gemeindebezirk, unweit des Nord-Westbahnhofsareals, realisierte cy architecture in einem ehemaligen Lagergebäude samt zugehöriger Garage eine neue Boulderhalle: das flash. Ausgangspunkt des Projekts war ein Bestand, der nicht geglättet oder überformt, sondern bewusst weitergeschrieben werden sollte. Das zentrale Anliegen der Planung lag darin, ressourcenschonendes, nachhaltiges Bauen mit klarer Funktionalität und einem präzisen Gestaltungskonzept zu verbinden.
Froschgrünes Wohnviertel
Wohnen wie die Froschkönige sollen die Bewohner des neuen Mannheimer Stadtquartiers Spinelli Wohnen.Park.Quartier von AllesWirdGut. Das Planerteam mit Büros in Wien und München entwarf hier auf einem ehemaligen Militärareal ein grünes Ensemble mit sieben Baukörpern. Diese ordnen sich rund um einen lebendigen Innenhof an und bilden mit ihrer individuellen Gestaltung ein charakterstarkes Wohnviertel, in dem der öffentliche Raum und die Nachbarschaft im Mittelpunkt stehen.
Serielle Stadtlandschaft
Wie viel Stadt steckt im seriellen Wohnbau – und wie viel Gemeinschaft lässt sich in einem System aus rund 1.700 Betonfertigteilen organisieren? Inmitten der Plattenbaulandschaft von Marzahn-Hellersdorf entfaltet die Lion-Feuchtwanger-Straße 61 ein präzise gerastertes Wohnensemble, das aus einem einzigen konstruktiven Prinzip hervorgeht und daraus eine erstaunlich vielschichtige urbane Welt aus Höfen, Laubengängen, Townhouses und gemeinschaftlichen Plateaus entwickelt. Die serielle Struktur wird zur architektonischen DNA eines Ortes, der weit mehr bietet als reine Verdichtung.
Hang, Haus, Fuge
Zwischen Bachufer und Wald, am Ende einer Streusiedlung in den niederösterreichischen Kalkalpen, steht ein kleines Bauernhaus mit rund zweihundertjähriger Geschichte. In der Besitzerfamilie wird es liebevoll „HÄUSL.“ genannt. Über Generationen als Ferienhaus genutzt, immer wieder ergänzt und notdürftig instandgesetzt, hatte sich die bauliche Situation zuletzt zu einem Bündel aus Substanzproblemen, provisorischen Zubauten und einem dauerhaft wirksamen Gegner verdichtet: drückendem Hangwasser.
Schwebende Verbindung
Eine stillgelegte Eisenbahntrasse wird zur urbanen Passage: Der Monte Ciocci–San Pietro Radweg verbindet Alltagsmobilität, Infrastrukturgeschichte und spirituelle Topografie – und zeigt, wie Rom seinen urbanen Raum neu verhandelt. Was auf den ersten Blick wie eine infrastrukturelle Ergänzung wirkt, ist in Wahrheit eine urbane Transformation.
Im Kern aus Holz
Im neuen Stammhaus von Blumer Lehmann trifft Hightech auf Handwerk, Forschung auf Baupraxis, Algorithmus auf Fräse. Das Bürogebäude im schweizerischen Gossau ist mehr als ein Firmensitz: Es ist ein Manifest für den Holzbau der Zukunft – mit einer skulpturalen Treppenkonstruktion aus gebogenem Brettsperrholz im Zentrum.
Neue Wege über alten Gleisen
Mit „Francis“ ist am Franz-Josefs-Bahnhof im 9. Wiener Gemeindebezirk ein markantes Beispiel urbaner Architekturtransformation entstanden. Delugan Meissl Associated Architects (DMAA) und Josef Weichenberger Architects (JWA) haben den Kopfbahnhof samt Büroaufbau aus dem Bestand heraus neu definiert – und damit gezeigt, dass Weiterbauen eine echte Alternative zum Abriss sein kann. Das Projekt bildet heute das transparente, offene Zentrum des neuen Althan Quartiers und demonstriert, wie viel Potenzial in der Revitalisierung großer Gebäudestrukturen steckt.
Symbiotische Architektur
In der Skyline von Dubai markiert One Za’abeel, entworfen vom japanischen Architekturbüro Nikken Sekkei, ein prägnantes Beispiel für zeitgenössische Stadtarchitektur. Das Großprojekt vereint Ingenieurkunst, Design und ein neuartiges Nutzungskonzept. Die Integration des SIRO One Za’abeel Hotels, gestaltet von LW Design Group, zeigt, wie Architektur als Medium für körperliches und mentales Wohlbefinden wirken kann.
Zwischen Bestand und Interior
Die Sanierung und Umgestaltung einer 120 m² großen Altbauwohnung im 7. Wiener Gemeindebezirk verbindet Bestandsarbeit, Umbau und Interiorplanung zu einem stimmigen räumlichen Gesamtkonzept. Geplant und umgesetzt wurde das Projekt von 24gramm Architektur zwischen Juli und September 2025. Ausgangspunkt war eine Wohnung im dritten Obergeschoss eines Biedermeier-Ensembles, das bereits 1990 von Rüdiger Lainer und Gertraud Auer saniert und durch räumlich gliedernde „Implantate“ ergänzt worden war. Diese frühere Auseinandersetzung mit Bestand, Farbe und additiven Elementen bildet auch für die aktuelle Planung eine wichtige Bezugsebene.








