Kategorie: Projekte
Holz wird Raum
Manchmal braucht ein Wohnraum keinen Neubau, sondern eine Neuausrichtung. Das Haus Medník von Päivä Architekti ist ein solches Beispiel: Ein kleiner, eigenständiger Baukörper am Rand von Wald und Garten, der nicht mehr Raum schafft – sondern besseren. Zwischen Bestand, Landschaft und Material ist ein Wohn- und Arbeitsort entstanden, der aktuelle Fragen nach Nachhaltigkeit, Nutzung und Atmosphäre in einer klaren architektonischen Geste vereint.
Durch die Blume
Im Gemeinschaftsgarten des Londoner Chase Farm Hospitals ist ein beweglicher Pavillon entstanden, der sich mit den Jahreszeiten verändert und erblüht. Mit seiner kinetischen Fassade öffnet sich The Blooming Shed zum parkähnlichen Grünraum und unterstützt damit einen wichtigen Therapieansatz: Natur als Medizin.
Die Spirale am Hang
Mit dem Wohnhaus Bergspirale in Weiach realisierte BE Architektur GmbH unter der Leitung von Boris Egli ein privates Plusenergiehaus, dessen räumliches Konzept direkt aus der steilen Hanglage entwickelt wurde. Der Neubau nutzt das Gefälle nicht nur als topografische Vorgabe, sondern übersetzt es in eine fortlaufende innere Erschließung über Split-Level.
Haus der Übergänge
Nahe dem Attersee, in Abtsdorf, realisierte die Architektin Anna Kovacs mit ihrem Büro NANA Architektur ein Wohnhaus, das weit über den Typus des klassischen Einfamilienhauses hinausgeht. Unter dem Titel „Haus am See“ verbindet das Projekt privaten Wohnraum mit Praxis und Ferienwohnung und reagiert damit auf eine Bauaufgabe, die zugleich räumliche Offenheit, funktionale Trennung und ein hohes Maß an Privatheit verlangte. Der Entwurf knüpft an ländliche Bautraditionen an und übersetzt das Motiv des Vierkanthofs in eine reduzierte, präzise gesetzte Architektur.
Weiche Schalen
In einem chinesischen Reistal treffen Stahlcontainer auf pneumatische Wolken und verschieben damit die Definition der Gebäudehülle hin zu einem körpernahen, klimatischen und kulturellen Interface.
Schule nach Maß
Der Bildungscampus Oberwart ist als Schule für einen ganzen Tag angelegt. Am Morgen wird hier Volksschulunterricht gehalten, später übernehmen Nachmittagsbetreuung und Musikschule, am Abend nutzen Musikverein und Sportvereine Teile des Hauses. Das Projekt reagiert damit auf eine Entwicklung, die viele Gemeinden betrifft: Kleine Schulen mit persönlichem Charakter sind im Ganztagsbetrieb wirtschaftlich schwer zu erhalten. Gleichzeitig sollte genau diese vertraute Struktur nicht verloren gehen. Franz&Sue übersetzen den Aufbau kleiner Dorfschulen in eine räumliche Ordnung, die auch im Maßstab eines Campus funktioniert.
Strukturierte Offenheit
Mit dem Projekt John Jay Club Row hat das New Yorker Architekturbüro Shakespeare Gordon Studio einen zentralen Ort für studentisches Engagement am John Jay College of Criminal Justice in Manhattan geschaffen. Die 2024 fertiggestellte Innenraumrenovierung befindet sich im zweiten Obergeschoss des „New Building“, das 2011 von SOM realisiert wurde. Aus einer Folge zuvor voneinander getrennter Räume entstand eine offene, flexible und einladende Suite, die den zahlreichen studentischen Clubs des Colleges eine sichtbare Adresse gibt.
Ein Baukasten für Gemeinschaft
Südwestlich des Wiener Hauptbahnhofs entsteht mit dem „Neuen Landgut“ ein neues Stadtquartier auf einem rund neun Hektar großen Areal. Neben rund 1.500 Wohnungen umfasst die Entwicklung Bildung, Gewerbe, Büros und großzügige Freiräume. Am Bauplatz D12 setzen DTFLR und PLOV Architekten mit B.R.I.O. einen Wohnbau um, der die großen Gegenwartsfragen des geförderten Wohnens bündelt: Leistbarkeit, soziale Durchmischung, klimagerechtes Bauen, Kreislauffähigkeit und eine Architektur, die trotz hoher Systematik nicht schematisch wirkt.
Stiller Dachraum
Das Architekturbüro Turner Architects hat mit „A Ply Loft“ einen zuvor als Stauraum genutzten Dachraum in ein kompaktes Schlaf- und Arbeitszimmer umgewandelt. Der Eingriff nutzt das vorhandene Volumen unter dem Dach und entwickelt daraus einen zurückgezogenen Raum für Ruhe und konzentriertes Arbeiten.
Alte Hülle, reversibler Kern
Eine alte Scheune bildet die Hülle, ein eingepasster Holzkern den Innenraum für das Restaurant Nikkakjøkken in Norwegens Valldal, einem fruchtbaren Tal am Norddalsfjord. Der Modulbau ist so gefertigt, dass er bei einem späteren Rückbau ohne Beschädigung der historischen Substanz wieder entfernt werden kann. Durch die sensible Verknüpfung von Alt und Neu ist ein Ort entstanden, der mit seinem einzigartigen Charakter zum Placemaker wird.
Apfel im Glashaus
Mit „Apple The Exchange TRX“ hat Apple im Zentrum von Kuala Lumpur seinen ersten Store in Malaysia eröffnet. Entworfen von Foster + Partners, liegt das Projekt im neuen Stadtquartier Tun Razak Exchange (TRX), das als internationales Finanz- und Geschäftsviertel entwickelt wurde. Der Store ist Teil des gemischt genutzten Komplexes The Exchange TRX und vermittelt zwischen Einkaufszentrum und dem rund vier Hektar großen TRX City Park. Damit ist er nicht nur Verkaufsort, sondern auch räumlicher Übergang zwischen Innenraum, Freifläche und öffentlicher Erschließung.
Versetztes Wohnen
Was passiert, wenn das klassische Einfamilienhaus nicht mehr als kompakter Baukörper, sondern als Abfolge kleiner Hütten gedacht wird? Das Projekt „Staggered Cabin“ in South Lake Tahoe übersetzt das Wohnen in eine räumliche Bewegung entlang von Hang, Wald und Jahreszeiten und formuliert damit ein überraschend angemessenes Modell für das Leben jenseits der Stadt.








