Kategorie: Sonderthema
Keramik im Wandel
Keramik erlebt ein Comeback – vielseitig, experimentell, überraschend modern. Ob in großformatigen Fassaden, skulpturalen Möbeln oder als schlichte Tasse im Alltag: Immer mehr Architekt:innen und Designer:innen entdecken das Material neu. Auch in Innsbruck, wo man im kürzlich eröffneten Unbound Coffee Shop seinen Flat White aus einem schlichten cera.LAB-Cup genießen kann – weit entfernt von der provokanten Geometrie des „Ugly Cup“, aber mit derselben Haltung: Keramik als Experimentierfeld zwischen Alltag und Kunst. Mit seinem Studio cera.LAB entwickelt der Architektur-Designer und Materialforscher Jan Contala digitale Werkzeuge, die wie eine Verlängerung der Hand funktionieren.
Erhalt zählt
Die Zukunft der Prager Vyšehrad-Eisenbahnbrücke zeigt exemplarisch, wie historische Städte Infrastruktur erneuern können, ohne ihr kulturelles Erbe zu opfern. Ein Streitfall zwischen Abrisslogik, Bürgerengagement und belastbarer Ingenieurskunst. Kaum ein anderer Bau im Prager Bahnnetz bündelt so viele Ebenen wie die Vyšehrad-Eisenbahnbrücke: 1901 als genietete Dreifeldkonstruktion über die Moldau errichtet, ist sie zugleich zentrale Schienenverbindung, Teil der UNESCO-Welterbestätte und ein Fixpunkt im Panorama zwischen Fluss, Stadt und Vyšehrad-Felsen. Jahrzehntelange Vernachlässigung führte jedoch dazu, dass Geschwindigkeiten reduziert, die Brücke als Engpass eingestuft und schließlich ein kompletter Abriss mit dreigleisigem Neubau auf den bestehenden Pfeilern ins Spiel gebracht wurde.
Lichtkörper – Wie Boris Podrecca das Immaterielle baut
Ein persönlicher Essay über das Werk eines Architekten, der Licht als Baumaterial denkt – und Hospitalityräume so komponiert, dass Atmosphäre zum tragenden Bauteil wird. Zwischen dem gedämpften, introvertierten Licht des Orients und der mitteleuropäischen Klarheit entsteht eine Poetik, die weder dekoriert noch beleuchtet, sondern baut und berührt.
Solar-Pflicht bei Dachsanierung? Diese Länder sind Vorreiter
Die Energiewende gewinnt in Deutschland und Europa an Tempo. Immer mehr Bundesländer verpflichten Eigentümer dazu, Photovoltaikanlagen auf ihren Gebäuden zu installieren, sobald eine Sanierung des Daches durchgeführt wird, was die Planungsanforderungen für Bauprojekte deutlich verändert. Diese Entwicklung betrifft Millionen von Hausbesitzern und verändert die Rahmenbedingungen für Bauprojekte grundlegend.
Vorschrift & Umsetzung – Sicherheitskleidung auf Baustellen
Baustellen bergen ohne Schutzmaßnahmen ernste Verletzungsgefahren. Herabfallende Gegenstände, scharfe Kanten, rutschige Böden und schwere Lasten prägen den Arbeitsalltag auf jeder Baustelle. Die korrekte Sicherheitskleidung bildet daher einen unverzichtbaren Bestandteil des täglichen Arbeitens auf der Baustelle, weil sie die Beschäftigten vor den zahlreichen Gefahren schützt, die dort bei jedem Arbeitsschritt auftreten können.
Gefaltete Effizienz
Der Gebäudesektor steht unter Druck: Rund acht Prozent der weltweiten CO2-Emissionen gehen auf das Konto von Zement. Besonders konventionelle Flachdecken gelten als „CO2-Hotspots“ – sie verschlingen Material, benötigen viel Stahl und dominieren den Rohbau. Ein Forschungsteam der Block Research Group (BRG) an der ETH Zürich zeigt nun, wie strukturelle Geometrie diesen Fußabdruck deutlich reduzieren kann. Für das Projekt „Unfold Form“ wurde Lotte Scheder-Bieschin mit dem BLT Built Design Award 2025 als Emerging Architect of the Year ausgezeichnet.
Beton & Zement Jahresrückblick 2025
Auch dieses Jahr präsentieren wir Ihnen wieder einen großen Jahresrückblick zum Thema Beton und Zement, voll mit ausgewählten Projekten und innovativen neue Technologien.
klimaaktiv Gebäudestandard setzt neue Maßstäbe für die Baukultur
Der aktualisierte Kriterienkatalog des klimaaktiv Gebäudestandards zeigt, wie nachhaltiges Bauen und Sanieren gelingt – ökologisch sinnvoll, transparent und kompatibel mit der EU-Taxonomie. Wer heute Gebäude plant, baut oder saniert, steht vor zentralen Aufgaben: Energie sparsam nutzen, Ressourcen schützen und zugleich wirtschaftlich denken. Mit dem aktualisierten klimaaktiv Gebäudestandard stellt das Wirtschaftsministerium (BMWET) ein zukunftsweisendes Instrument zur Verfügung, das den Gebäudesektor konsequent auf die Energiewende ausrichtet.
Zurück in die Zukunft
Die Van-der-Nüll-Gasse 22 im 10. Wiener Bezirk ist ein Gründerzeithaus von 1885, das im Rahmen des Pilotprojekts VDN22 zur Blaupause für zirkuläres und nachhaltiges Bauen werden soll. Die Sedlak Immobilien GmbH testet gemeinsam mit der Baufirma DI Sedlak GmbH, SCALE und Digital Findet Stadt, wie sich ein sanierungsbedürftiger Altbau konsequent nach den Kriterien der EU-Taxonomie modernisieren lässt – inklusive Materialwiederverwendung, BIM-gestützter Dokumentation, digitaler Gebäuderessourcenpässe und rückbaufähiger Planung.
Architektur im Einklang mit der Natur: Grüne Gebäude gestalten
Lösungen für zeitgemäßes Bauen konzentrieren sich verstärkt auf die harmonische Integration von Architektur in ihre natürliche Umgebung. Grün konzipierte Gebäude verfolgen das Ziel, sowohl den ästhetischen Anspruch als auch die ökologischen Erfordernisse zu erfüllen. Dabei geht es nicht nur um technische Innovationen, sondern ebenso um eine durchdachte Planung, die Klima, Landschaft und Ressourcen im Gleichklang berücksichtigt – ohne dabei an gestalterischer Qualität einzubüßen.
Individuelle Fertighäuser – auch mit Architekt
Häuser in vorgefertigter Bauweise genießen heute großes Ansehen, nicht zuletzt durch ihre flexible Planbarkeit und ihre kurze Bauzeit. Gerade wenn eine individuelle architektonische Handschrift gefragt ist, lassen sich Fertighäuser mühelos an persönliche Vorlieben anpassen. Durch moderne Technologien und variable Grundrisse entsteht eine Vielfalt an Typen, die sowohl hohe Energieeffizienz als auch ästhetischen Anspruch verwirklichen. Dabei spielt die Wahl der Materialien eine zentrale Rolle, um nachhaltige und langlebige Ergebnisse zu erzielen. In diesem Zusammenhang rücken Zukunftsthemen wie Minimierung des ökologischen Fußabdrucks und wohngesunde Innenraumgestaltung verstärkt in den Fokus zeitgemäßer Bauprojekte.
Alles nur Fassade?
Moderne Fassadengestaltung entwickelt sich zunehmend zur Schnittstelle zwischen technischer Innovation, ökologischer Verantwortung und ästhetischer Präzision. Die vorgestellten Projekte demonstrieren, wie architektonische Hüllen heute weit über ihre Schutzfunktion hinauswirken – als Träger digitaler Interaktion, Materialexperimente und städtebaulicher Vernetzung.








