Kategorie: Sonderthema
Halm für Halm
Jahrhundertelang prägte Schilf die Baukultur rund um den Neusiedler See. Dann verschwand das Material nahezu vollständig aus dem Neubau – verdrängt von industriellen Baustoffen und verschärften Brandschutzauflagen. Heute erlebt es eine überraschende Renaissance. Maßgeblich daran beteiligt ist Jacobus van Hoorne. Der promovierte Physiker arbeitete sieben Jahre am CERN, bevor er in den Familienbetrieb zurückkehrte und begann, das Schilfdach neu zu denken – auf wissenschaftlicher Basis. Mit Realbrandversuchen, Forschungsprojekten und preisgekrönter Architektur zeigt er, dass Schilf weit mehr sein kann als ein Relikt vergangener Zeiten – nämlich ein regionaler Baustoff mit Zukunft.
Eine Wohn-Utopie wird klimaneutral
Wien, die internationale Hauptstadt des sozialen Wohnbaus, will im Gebäudesektor bis 2040 klimaneutral werden. Während neue Stadtgebiete bereits mit erneuerbaren Energielösungen versorgt werden, gibt es auch bei der Dekarbonisierung des Gebäudebestands erste Erfolge. Ein Leuchtturmprojekt auf diesem Gebiet ist der fossile Ausstieg des Wohnparks Alterlaa, in dem so viele Menschen leben wie in einer Kleinstadt.
Brandschutz nach dem Baukastenprinzip
Kann man ein Krankenhaus in Holzmodulbauweise errichten, oder wird der Brandschutz dabei zum Stolperstein? Das Ingenieurbüro Hoyer Brandschutz gab in dieser Frage grünes Licht und übernahm die Planung für das neue Stationsgebäude Süd des Universitätsklinikums AKH Wien, das im Frühjahr 2026 baulich fertiggestellt wurde.
Keramik im Wandel
Keramik erlebt ein Comeback – vielseitig, experimentell, überraschend modern. Ob in großformatigen Fassaden, skulpturalen Möbeln oder als schlichte Tasse im Alltag: Immer mehr Architekt:innen und Designer:innen entdecken das Material neu. Auch in Innsbruck, wo man im kürzlich eröffneten Unbound Coffee Shop seinen Flat White aus einem schlichten cera.LAB-Cup genießen kann – weit entfernt von der provokanten Geometrie des „Ugly Cup“, aber mit derselben Haltung: Keramik als Experimentierfeld zwischen Alltag und Kunst. Mit seinem Studio cera.LAB entwickelt der Architektur-Designer und Materialforscher Jan Contala digitale Werkzeuge, die wie eine Verlängerung der Hand funktionieren.
Erhalt zählt
Die Zukunft der Prager Vyšehrad-Eisenbahnbrücke zeigt exemplarisch, wie historische Städte Infrastruktur erneuern können, ohne ihr kulturelles Erbe zu opfern. Ein Streitfall zwischen Abrisslogik, Bürgerengagement und belastbarer Ingenieurskunst. Kaum ein anderer Bau im Prager Bahnnetz bündelt so viele Ebenen wie die Vyšehrad-Eisenbahnbrücke: 1901 als genietete Dreifeldkonstruktion über die Moldau errichtet, ist sie zugleich zentrale Schienenverbindung, Teil der UNESCO-Welterbestätte und ein Fixpunkt im Panorama zwischen Fluss, Stadt und Vyšehrad-Felsen. Jahrzehntelange Vernachlässigung führte jedoch dazu, dass Geschwindigkeiten reduziert, die Brücke als Engpass eingestuft und schließlich ein kompletter Abriss mit dreigleisigem Neubau auf den bestehenden Pfeilern ins Spiel gebracht wurde.
Lichtkörper – Wie Boris Podrecca das Immaterielle baut
Ein persönlicher Essay über das Werk eines Architekten, der Licht als Baumaterial denkt – und Hospitalityräume so komponiert, dass Atmosphäre zum tragenden Bauteil wird. Zwischen dem gedämpften, introvertierten Licht des Orients und der mitteleuropäischen Klarheit entsteht eine Poetik, die weder dekoriert noch beleuchtet, sondern baut und berührt.
Solar-Pflicht bei Dachsanierung? Diese Länder sind Vorreiter
Die Energiewende gewinnt in Deutschland und Europa an Tempo. Immer mehr Bundesländer verpflichten Eigentümer dazu, Photovoltaikanlagen auf ihren Gebäuden zu installieren, sobald eine Sanierung des Daches durchgeführt wird, was die Planungsanforderungen für Bauprojekte deutlich verändert. Diese Entwicklung betrifft Millionen von Hausbesitzern und verändert die Rahmenbedingungen für Bauprojekte grundlegend.
Vorschrift & Umsetzung – Sicherheitskleidung auf Baustellen
Baustellen bergen ohne Schutzmaßnahmen ernste Verletzungsgefahren. Herabfallende Gegenstände, scharfe Kanten, rutschige Böden und schwere Lasten prägen den Arbeitsalltag auf jeder Baustelle. Die korrekte Sicherheitskleidung bildet daher einen unverzichtbaren Bestandteil des täglichen Arbeitens auf der Baustelle, weil sie die Beschäftigten vor den zahlreichen Gefahren schützt, die dort bei jedem Arbeitsschritt auftreten können.
Gefaltete Effizienz
Der Gebäudesektor steht unter Druck: Rund acht Prozent der weltweiten CO2-Emissionen gehen auf das Konto von Zement. Besonders konventionelle Flachdecken gelten als „CO2-Hotspots“ – sie verschlingen Material, benötigen viel Stahl und dominieren den Rohbau. Ein Forschungsteam der Block Research Group (BRG) an der ETH Zürich zeigt nun, wie strukturelle Geometrie diesen Fußabdruck deutlich reduzieren kann. Für das Projekt „Unfold Form“ wurde Lotte Scheder-Bieschin mit dem BLT Built Design Award 2025 als Emerging Architect of the Year ausgezeichnet.
Beton & Zement Jahresrückblick 2025
Auch dieses Jahr präsentieren wir Ihnen wieder einen großen Jahresrückblick zum Thema Beton und Zement, voll mit ausgewählten Projekten und innovativen neue Technologien.
klimaaktiv Gebäudestandard setzt neue Maßstäbe für die Baukultur
Der aktualisierte Kriterienkatalog des klimaaktiv Gebäudestandards zeigt, wie nachhaltiges Bauen und Sanieren gelingt – ökologisch sinnvoll, transparent und kompatibel mit der EU-Taxonomie. Wer heute Gebäude plant, baut oder saniert, steht vor zentralen Aufgaben: Energie sparsam nutzen, Ressourcen schützen und zugleich wirtschaftlich denken. Mit dem aktualisierten klimaaktiv Gebäudestandard stellt das Wirtschaftsministerium (BMWET) ein zukunftsweisendes Instrument zur Verfügung, das den Gebäudesektor konsequent auf die Energiewende ausrichtet.
Zurück in die Zukunft
Die Van-der-Nüll-Gasse 22 im 10. Wiener Bezirk ist ein Gründerzeithaus von 1885, das im Rahmen des Pilotprojekts VDN22 zur Blaupause für zirkuläres und nachhaltiges Bauen werden soll. Die Sedlak Immobilien GmbH testet gemeinsam mit der Baufirma DI Sedlak GmbH, SCALE und Digital Findet Stadt, wie sich ein sanierungsbedürftiger Altbau konsequent nach den Kriterien der EU-Taxonomie modernisieren lässt – inklusive Materialwiederverwendung, BIM-gestützter Dokumentation, digitaler Gebäuderessourcenpässe und rückbaufähiger Planung.








