From green to blue: Nachhaltigkeit ist mehr als nur Ökologie

26. Januar 2011 Mehr

Im Rahmen des Bauherrenkongresses am 20. Januar setzten M.O.O.CON und die Österreichische Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI) neue Maßstäbe bei der Nachhaltigkeit von Immobilien. Blue Buildings ist die neue Generation an Gebäuden, die hohen ökologischen, ökonomischen und sozio-kulturellen Anforderungen entsprechen und nachhaltig auf Nutzerbedürfnisse zugeschnitten sind. Rund 200 Teilnehmer tauschten sich über die neuesten Erkenntnisse und Perspektiven in Zusammenhang mit nachhaltigen Immobilien aus.

Die Erkenntnis, dass am Anfang einer jeden Überlegung rund um Immobilien die Frage nach den Bedürfnissen des Nutzers stehen sollte, brachte Karl Friedl, Geschäftsführer des Bauherrenberaters M.O.O.CON wie folgt auf den Punkt. „Radikal gedacht, ist der nicht gebaute und daher nicht betriebene Quadratmeter der nachhaltigste! Deshalb muss sich der Bauherr die Frage stellen, ob das was er baut, auch tatsächlich gebraucht wird.“ Denn: Gebäude und ihre Nutzer tragen maßgeblich zur Umweltbelastung bei. Sie verbrauchen beispielsweise in Europa rund 20% des Frischwassers, 25% des Holzes und je 40% der Gesamtenergie und der Rohstoffe. Darüber hinaus verursachen sie rund 30% der CO2-Emmissionen, rund 50% der Verkehrsbelastung durch LKWs sowie über 50% der Abfälle. Diese ernüchternde Bilanz zwingt uns zu überlegen, ob das, was wir überhaupt bauen, sanieren, erweitern wollen, tatsächlich so benötigt wird.

Vor diesem Hintergrund spricht M.O.O.CON auch von Nachhaltigkeit 3.0, eine Begrifflichkeit, die in Anlehnung an Kriterien von Zertifizierungen im Bereich nachhaltiger Immobilien entwickelt wurde. Waren die ersten Zertifizierungen nur auf ökologische Mindeststandards bedacht, so werden bei der zweiten Generation auch ökonomische und sozio-kulturelle Aspekte berücksichtigt. Hier sind Zertifizierungen, wie jene der ÖGNI, federführend und bieten ein objektives System zur Bewertung von nachhaltigen Immobilien an. „Wir befinden uns in einem Paradigmenwechsel von der Energieeffizienz hin zu einem ganzheitlichen Konzept der Nachhaltigkeit. Es geht um einen integrierten Ansatz zur Planung, Errichtung, Bewirtschaftung, Nutzung und Rückbau von Gebäuden sowie um die Betrachtung des gesamten Lebenszyklus von Gebäuden“, erklärt Philipp Kaufmann, Gründungspräsident der ÖGNI.

M.O.O.CON baut auf diese Zertifizierungen der zweiten Generation auf und berücksichtigt zusätzlich bei jedem Projekt individuell messbare Funktionalitäts-, Corporate Architecture- und Service-Aspekte. Übersetzt heißt das: Die Planer, Entwickler und Bauträger müssen erfahren, was die Identität des Nutzers ausmacht und welche Anforderungen an die Immobilie beispielsweise an Flächen, Funktionen, Infrastruktur oder Technik gestellt werden müssen. Nur so können Blue Buildings im Sinne eines ganzheitlichen Nachhaltigkeitskonzeptes entstehen und Nachhaltigkeit gelebt werden.

Blue Buildings: Schon Realität?
Angeregt durch diese Überlegungen wurden in der ersten Podiumsdiskussion einige Beispiele von Blue Buildings in Österreich hervorgehoben. Eines davon ist das Gebäude der Arbeiterkammer Oberösterreich in Linz, das auch Veranstaltungsort des Bauherrenkongresses war. Das Gebäude, welches sich gerade im Zertifizierungsprozess durch die ÖGNI befindet, ist eine Pilotzertifizierung. Zum ersten Mal soll ein Projekt als nachhaltig ausgezeichnet werden, wo es sich nicht um die Errichtung eines neuen Gebäudes sondern um ein Generalsanierungsprojekt in einem denkmalgeschützten Altbestand handelt.

Für manche bleiben einige Ziele der Nachhaltigkeit vorläufig nur Ziele. Für den Architekten Wolfgang Kaufmann ist „das 0-Energie-Haus so unrealistisch wie das papierlose Büro, deshalb muss man nach dem positiven Kompromiss suchen“, so Kaufmann. Ebenfalls sehen manche Brancheninsider, wie Stephan Hirsch von ATHOS Immobilien AG nur wenig Bereitschaft am Markt, mehr Geld für nachhaltiges Bauen und Bewirtschaften auszugeben, auch deshalb weil noch viel Unwissen herrscht. Dies wurde auch von Wilhelm Sommer von Porr bestätigt, obwohl er eine leicht steigende Tendenz zum nachhaltigen Bauen sieht. Dass man sich im Zusammenhang mit nachhaltigem Bauen und Bewirtschaften in einer Pionierphase befindet, brachte Prof. Peter Maydl von der TU Graz so auf den Punkt: „Das nachhaltige Bauen befindet sich ungefähr dort, wo die Bauphysik vor 30 Jahren und die Projektentwicklung vor 40 Jahren standen.“

Zuerst formen wir Gebäude, dann formen diese uns
Zum ganzheitlichen Nachhaltigkeitskonzept gehört auch das gesunde Bauen. Viele einzelne Details in einem Gebäude, von der Auswahl der Baustoffe, über die Bürotischanordnung bis hin zum Klima und Licht können den Menschen positiv oder negativ beeinflussen. Damit es nicht zum sogenannten Sick Building-Syndrom kommt, kann auf ein breites Wissen zurückgegriffen werden. Verschiedene Institutionen, wie z.B. das Baubiologische Institut beschäftigen sich mit den Auswirkungen von Gebäuden auf Menschen, andere, wie bauXund auf die Reduktion von Schadstoffemissionen durch Bauchemikalien (Farben, Lacke, Farbstoffe, etc.). „Denn der Kunde der Arbeitsmedizin ist nicht der arbeitende Mensch sondern der Arbeitsplatz“, brachte Harald Peterka, verantwortlich für das Facility Management der Universität Wien, den Zusammenhang zwischen Gebäuden und Gesundheit von Menschen auf den Punkt.

Über M.O.O.CON
M.O.O.CON® ist Spezialist für die an der Unternehmensstrategie orientierten Gebäudeentwicklung, für strategisches Facilitymanagement und für Relocation Projekte. Unsere Berater verantworten und steuern die Entwicklung, Planung, Ausführung und Betriebsvorbereitung von Immobilienprojekten im privaten, gewerblichen oder öffentlichen Sektor. Unser Schwerpunkt liegt dabei sowohl in der strategischen Beratung als auch in der Umsetzungskompetenz. Dabei vertreten wir die Interessen unserer Kunden bis hin zum Abwicklungsmanagement von Standortwechseln. Wir sind ein großes Team von Spezialisten. Mit über 50 Mitarbeitern an 4 Standorten beraten wir Kunden in ganz Europa.
www.moo-con.com 

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Mag. Alexandra Popescu, 0043 1 532 63 30-2129, a.popescu@moo-con.com

Über ÖGNI
Die Österreichische Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI) ist eine Initiative der österreichischen Bau- und Immobilienwirtschaft, um Nachhaltiges Bauen und Bewirtschaften zu etablieren. Der Verein wurde am 29.09.2009 von 125 Gründungsmitgliedern gegründet. Die ÖGNI zertifiziert nachhaltige Gebäude mit dem internationalen DGNB-System, welches für den österreichischen Markt adaptiert wurde, und ist Mitglied im World Green Building Council (WGBC).
www.ogni.at 

Kategorie: Tagesaktuelles

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