Klimamasterplan in Mailand – Sauberes Wasser, frische Luft

4. Januar 2020 Mehr

Wie fast jede Großstadt hat auch Mailand ein Problem mit der Luft- und auch der Wassergüte. Die umliegenden Industrien und der Autoverkehr in der Stadt tragen nicht gerade zu einer gesunden Umgebung bei. Das soll jetzt anders oder besser werden: OMA und Laboratorio Permanente haben einen Klimamasterplan entwickelt, der zwei verwahrloste Güterbahnhöfe in Mailand verwandeln wird und so die Luft der Stadt filtern und auch die Wasserqualität verbessern. Das Planerteam wurde aus fünf Finalisten (Kengo Kuma and Associates Europe, Arup, Grimshaw und Baukuh) ausgewählt und mit der Projektentwicklung beauftragt.

 

 

Der Agenti Climatic Masterplan sieht die Transformation der Scalo Farini und der Scalo San Cristoforo Güterbahnhöfe in den Außenbezirken der City vor. Diese ehemaligen Zugdepots im Süden und im Norden der Stadt sollen zu ökologischen Filtern werden. Ersterer soll zur grünen Lunge werden und die Luft, vor dem Einströmen in die City filtern. Die 468.300 Quadratmeter werden zur „grünen Zone“ mit einem großen Park, während die 140.199 Quadratmeter große Fläche von San Cristoforo die „blaue Zone“ wird und das Wasser filtert.

 

 

Die „grüne Zone“ soll die heißen Winde, die vom Südwesten kommen, kühlen und von toxischen Partikeln befreien, während die „blaue Zone“ dazu dient, das Grundwasser zu reinigen. Dazu wird der San Cristoforo Bahnhof in eine lineare Wasserstraße verwandelt, die stufenweise eine Reinigung durchführt, auf ökologischer Basis selbstverständlich.

 

 

Das sind sehr ambitionierte Projekte, die zeigen, dass nicht länger der Ziegel (das Gebaute) das „Um und Auf“ des Bauens ist, sondern die drohenden, dramatischen Klimaänderungen Architekten zu einem Umdenken und zu einer Neuorientierung ihrer Aufgaben zwingen. Die Planer hoffen damit ein Beispiel zu geben, wie man dem Klimawandel im Maßstab einer Großstadt begegnen kann. „Die Städte des 20. Jahrhunderts mit ihrem enormen Energieverbrauch müssen neu überdacht werden und sich wieder an den Entwicklungen der klassischen Ära orientieren“, meint dazu das Büro OMA. Das Team wird auch den ersten Fahrradhochweg der Stadt sowie neue Straßenbahnen, Metrostationen und Brücken gestalten. Diese Maßnahmen dienen zur Reduktion des Individualverkehrs, der ja zu einem Großteil an der schlechten Luft in den Städten schuld ist.

 

 

Renderings: Courtesy of OMA and Laboratorio Permanente

 

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Kategorie: Projekte

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