Unter der Morandi-Brücke

20. Januar 2020 Mehr

Ein Jahr nach dem Einsturz der Morandi-Brücke in Genua, der 43 Menschen das Leben gekostet hat, ist die neue Brücke, die beide Stadtteile wieder verbinden wird, bereits im Entstehen. Entworfen wurde sie von Renzo Piano. Sie soll einem „Schiff, welches das Tal durchfährt“ ähneln. Rund um den Entwurf und den Bau tut sich aber einiges mehr, das städtebaulich interessant ist.

 

Morandi-Brücke in Genua Renzo Piano

 

Ein Team um Stefano Boeri, Metrogramma und den Landschaftsarchitekten Inside Outside soll die Gegend und Umgebung der Brücke revitalisieren. Der neue „Parco del Ponte“ soll sich unter der Brücke befinden und die nähere Umgebung der Stadt miteinbeziehen. Das Projekt stellt ein Netzwerk von Möglichkeiten dar, es soll die Stadt mit einer Infrastruktur von nachhaltiger Mobilität und sogenannten Smart Buildings für Forschung, Design und Produktion überziehen. Ein roter Stahlbogen formt einen Weg für Fußgänger und Radfahrer und wird die beiden Seiten des Tales verbinden, daneben steht ein Windturm zur Erzeugung und Verteilung nachhaltiger, erneuerbarer Energie.

 

 

Unterhalb der Brücke wird der „Parco del Polcevera“ ein System von kleineren Grünflächen mit Pflanzen, die typisch für das mediterrane Klima sind, erhalten. Im Herzen dieses Parkes steht die Skulptur „Genova in the Wood“ – eine Arbeit des Künstlers Luca Vitone – sie ist den Opfern des Unglücks gewidmet und besteht aus 43 Bäumen. Der Park soll als Katalysator für die Anwohner wirken, neue umweltfreundliche Gebäude sollen um ihn herum entstehen und Zentren der Produktivität und Innovation werden. Die Parklandschaft präsentiert sich als eine Struktur von parallelen Streifen, die das Talgelände organisieren. Jeder der Streifen (7 bis 20 Meter Breite) wird durch einen Weg im Zick-Zack erschlossen und stellt eine eigene Gartenart dar. So soll die Biodiversität in dem Gebiet erhöht werden. Der verbindende Weg ist die einzige Verbindung am Boden von West nach Ost durch das Tal. Der rote Kreis in der Höhe ermöglicht es Fußgängern und Radfahrern jedoch, jeden Ort mit einer bisher ungewohnten Leichtigkeit zu erreichen.

So soll die chromatische Vielfalt aus rotem Kreis, Windturm samt dem Park mit seinem botanischen Reichtum die vorbeifahrenden Bewohner und Besucher begrüßen und einen ersten Eindruck einer (hoffentlich) besseren Zukunft vermitteln.

 

 

Renderings: courtesy of stefano boeri architetti, metrogramma milano, inside outside | petra blaisse
Text: Peter Reischer

 

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Kategorie: News, Projekte

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