Kategorie: Projekte
Mehr als nur Fassade
Sauerbruch Hutton plante in Genf den neuen Hauptsitz von Médecins Sans Frontières (Ärzte ohne Grenzen). Als Antwort auf den Modus Operandi der medizinischen Hilfsorganisation mit ständig wechselnden Teams entwickelten die Berliner Architekten ein flexibles Raumkonzept. Die anpassungsfähige Gebäudestruktur setzt sich bis nach außen fort, wo eine begrünte Fassade das Projekt energieeffizient abrundet.
Zwischen dicht und dörflich
Zeitgemäß, urban und autofrei – so beschreiben PPAG architects das im Auftrag der BUWOG realisierte Projekt Rivus Vivere im Südwesten von Wien. Das neue Quartier kombiniert 296 Wohnungen und 12 Gewerbeeinheiten in einem differenzierten Komplex mit mehreren Baukörpern. Mit dem Stadtbaustein will das Planerteam den Spagat zwischen hoher Dichte und dem menschlichen Maßstab schaffen und die österreichische Hauptstadt auf diesem Wege um qualitativen und nachhaltigen Lebensraum bereichern.
WendePunkt
Der Leopoldplatz, auch kurz Leo genannt, ist bekannt für Architekturjuwele wie die Alte Nazarethkirche von Karl Friedrich Schinkel, seine kulturelle Vielfalt dank Veranstaltungen wie der Fête de la Musique, Weihnachtsmärkten oder dem Iftar-Essen während des Ramadan – aber auch berüchtigter Treffpunkt für unterschiedliche soziale Gruppen, was in der Vergangenheit immer wieder zu Nutzungskonflikten geführt hatte. Um das Herzstück des Berliner Stadtteil Weddings aufzuwerten, wurde 2009 vom Bezirk Berlin-Mitte ein Projekt initiiert, das Alkoholmissbrauch, Drogenkonsum und Gewalt auf dem Leopoldplatz eindämmen sollte.
Sinnbild der Gastfreundschaft
Das Team von Antonio Virga Architecte konzipierte das Nachbarschaftszentrum Pôle associatif du Blosne in Rennes in Form von fünf markanten, mit Satteldächern gekrönten Baukörpern. Die als Solitäre anmutenden Gebäudeteile sind durch einen gemeinsamen Sockel verbunden, der als verbindendes Element dient. Das Projekt zielt darauf ab, die Gemeinschaft zu stärken und bietet Raum für verschiedene soziale und kulturelle Aktivitäten. Funktional und dabei ästhetisch ansprechend, soll dieser Raum einzig den Bedürfnissen der lokalen Gemeinschaft gerecht werden.
Waldbaden in Eindhoven
Shinrin-yoku beschreibt die japanische Praxis, bei der man mit allen Sinnen in den Wald eintaucht und dessen beruhigende Wirkung auf Körper und Geist nutzt. Was in dem pazifischen Inselstaat als Methode zur gesundheitlichen Prävention dient, ist bei uns zwar unter dem Begriff Waldbaden bekannt, jedoch weit weniger anerkannt. Das Architekturbüro GAAGA ließ sich von dem heilsamen Ritual inspirieren und entwarf mit Het Bosbad – das Waldbad – ein zirkuläres Wohngebäude in Eindhoven, das ganz im Einklang mit der Natur steht.
Bewahren und ergänzen
Das Hotel zum Hirschen in der Elisabeth-Vorstadt – einem aufstrebenden Salzburger Stadtteil – blickt auf eine lange Geschichte zurück, die bis ins 15. Jahrhundert reicht. Einst ein Gasthof, führt die Eigentümerfamilie das Haus bereits in der 11. Generation. Unter dem Titel „Am Hirschengrün“ wurde das Hotel nun nicht nur renoviert, sondern auch um einen grünen Innenhof und weitere Nutzungen ergänzt.
Energiegeladen
3,5 Mio. Photovoltaik-Paneele machen Kalyon Karapınar SSP nicht nur zum größten Solarkraftwerk der Türkei, sondern von ganz Europa. Mit 20 Quadratkilometern erstreckt sich die gigantische Anlage für erneuerbare Energie über eine Fläche, die in etwa 2.600 Fußballfeldern entspricht. Bilgin Architects ergänzten den Solarpark um ein effizientes Betriebs- und Kontrollgebäude, welches sich mit seinem innovativen Design harmonisch in das Gelände einfügt und zugleich mit seiner schimmernden Pixelfassade ein markantes Statement setzt.
Himmelsfenster
In einem Naherholungsgebiet in der Umgebung von Prag findet sich eine Hütte, die durch ihre ungewöhnliche, asymmetrische Form mit gekapptem Walmdach und zwei großen Dachfenstern überrascht. Architekt Martin Hajný hat die ursprünglich einfache Hütte aus den 1970er-Jahren umfassend renoviert und den Anforderungen der Besitzer entsprechend im Rahmen der engen Bauvorschriften als Low-Tech-Lösung konzipiert. Die Kombination aus Wellblech für Dach und Fassade sorgt gemeinsam mit den hellen, vorwiegend in Kiefernholz gehaltenen Innenräumen für einen angenehmen Kontrast und klassischen Hüttencharme.
Die Langsamkeit des Reisens
Mit den vier über dem Boden schwebenden Hütten „The Bolder“ haben Snøhetta in Zusammenarbeit mit dem lokalen Unternehmer Tom Bjarte Norland am Rande des Lysefjords an der norwegischen Westküste ein besonderes Übernachtungserlebnis entwickelt. Das Ziel bestand darin, die Solitäre nahtlos in die umgebende Natur einzufügen und ein Projekt im Sinne des Slow Tourism zu schaffen, bei dem der Fokus auf dem Naturerlebnis liegt. Konkret eröffnen alle vier Hütten mit den Namen Stylten, Myra, Stjerna und Eldhuset einen außergewöhnlichen Blick auf den Lysefjord und die umliegende Landschaft.
Wo Visionen aufblühen
Der Innovationsbogen in Augsburg, entworfen von Hadi Teherani Architects, erhebt sich als neue Landmarke im Augsburger Innovationspark. Der Neubau steht als symbolisches Tor zum Areal und demonstriert, wie anspruchsvolle Architektur und nachhaltige Technik zu einem visionären Gebäude verschmelzen können.
Wohnen unter der Erde
Der Entwurf des Periscope House, das in Knokke-Heist, Belgien, geplant ist, steht exemplarisch für kreative und zugleich technologische Ansätze. Das Architekturstudio Claerhout-Van Biervliet greift, in Zusammenarbeit mit dem Künstler Adriaan Claerhout, auf ein architektonisches Konzept zurück, das die Herausforderungen der nachhaltigen Bauweise mit einem innovativen Raumverständnis vereint. Durch die Unterbringung des gesamten Gebäudes unter der Erde wird nicht nur die visuelle Beeinträchtigung der Landschaft minimiert, sondern auch die thermische Isolierung auf natürliche Weise optimiert.
Im Kreis gedacht
The Cradle – der Name lässt schon erahnen, welches Konzept hinter dem Holzhybridbau von HPP Architekten in Düsseldorf steckt. Die Planer realisierten das Bürogebäude im Auftrag der The Cradle GmbH & Co. KG und setzten dabei auf Zirkularität, Nachhaltigkeit und eine parametrische 3D-Fassade. Diese verleiht dem Neubau nicht nur eine markante Optik, sondern bildet auch das Rückgrat des energetischen Systems.








