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Erhalt zählt
Die Zukunft der Prager Vyšehrad-Eisenbahnbrücke zeigt exemplarisch, wie historische Städte Infrastruktur erneuern können, ohne ihr kulturelles Erbe zu opfern. Ein Streitfall zwischen Abrisslogik, Bürgerengagement und belastbarer Ingenieurskunst. Kaum ein anderer Bau im Prager Bahnnetz bündelt so viele Ebenen wie die Vyšehrad-Eisenbahnbrücke: 1901 als genietete Dreifeldkonstruktion über die Moldau errichtet, ist sie zugleich zentrale Schienenverbindung, Teil der UNESCO-Welterbestätte und ein Fixpunkt im Panorama zwischen Fluss, Stadt und Vyšehrad-Felsen. Jahrzehntelange Vernachlässigung führte jedoch dazu, dass Geschwindigkeiten reduziert, die Brücke als Engpass eingestuft und schließlich ein kompletter Abriss mit dreigleisigem Neubau auf den bestehenden Pfeilern ins Spiel gebracht wurde.
Architektur Fachmagazin Ausgabe 01/2026
Beim „Bauen im Bestand“ spricht man gerne von Sorgfalt, Geduld und Respekt vor dem Vorhandenen. Manchmal geht es aber schlicht darum, den Bestand loszuwerden – nur ein Abschnitt Gründerzeitfassade bleibt als dekoratives Feigenblatt stehen. Der Neubau wird nicht fertig und schließlich wieder rückgebaut, weil er plötzlich im Weg steht und kein tragfähiges Nutzungszenario mehr haben soll. In Wien wurde diese Geringschätzung an prominenter Adresse in der Mariahilfer Straße zur Lektion. Umso wichtiger sind Beispiele, die Alt & Neu nicht als Abfolge von Abriss und Ersatz, sondern als präzise Entwurfsarbeit verstehen.
Solide Basis
Ruhe, Klarheit und zurückhaltenden Luxus strahlt der neue Besprechungsbereich im Wiener Formdepot aus. Im Zentrum der Gestaltung steht ein nach allen Regeln der Kunst verarbeiteter, österreichischer Naturstein. Die Zen Area markiert einen zentralen Ort im Formdepot. Auf einer Fläche von rund 40 Quadratmetern laden – je nach Bedarf – ein Ess- oder Besprechungstisch, eine Theke und ein Sitzbereich zu unterschiedlichen Formen der Interaktion ein.
Wandelbarer Baustoff
Im ehemaligen Sitz der Wiener Wirtschaftskammer, einem Nachkriegsbau von Carl Appel, eröffnete 2024 das Hotel The Hoxton Vienna. Der 2020 unter Denkmalschutz gestellte Bau im 3. Wiener Gemeindebezirk steht für einen sachlichen und ressourcenschonenden Umgang mit vorhandener Substanz und gilt als Paradebeispiel, wie sich ein geschütztes Bürogebäude nachhaltig umnutzen lässt. Das Wiener Büro BWM Designers & Architects setzte auf Anpassung und Weiterverwendung der bestehenden Substanz. Wo möglich und sinnvoll, wurden Bauelemente beibehalten.
Optisch ansprechende Parkplatzschilder selbst gestalten
Wer ein Gebäude plant oder saniert, fokussiert sich meist auf Fassade und Energieeffizienz. Parkplatzschilder werden oft erst am Ende als Standardzubehör bedacht. Doch sie sind das erste Element, mit dem Besucher oder Bewohner in Kontakt treten. Ein hochwertiges Leitsystem hinterlässt einen professionellen Eindruck und sorgt für eine reibungslose Parkraumlogistik. Gerade für Immobilientypen mit heterogener Nutzerstruktur – Mehrfamilienhäuser mit mehreren Parteien, Ärztehäuser mit Patientenparkplätzen und Mitarbeiterflächen, Gewerbeobjekte mit gemischter Nutzung – ist eine klare, individuell beschriftete Parkraumbeschilderung notwendig.
Mutige Entscheidungen & individuelle Lösungen
Sabrina Mehlan, Petra Meng und Stefanie Wögrath – dieses Frauentrio steht hinter illiz architektur. Das 2008 gegründete Büro hat Standorte in Wien und Zürich und besteht inzwischen aus einem 20 bis 30-köpfigen Team. Im Gespräch geben die drei Architektinnen Einblick in ihre Herangehensweise an unterschiedliche Bauaufgaben und erläutern, wie es zu ihrem Fokus auf Bildungs-, Sport- und Kommunalbauten kam. Außerdem sprechen sie über realisierte Projekte, ihren Mut zu kontroversen Entscheidungen und die größten Unterschiede, die dem Büro beim Bauen in Österreich und der Schweiz begegnen.
Maschinelle Abdichtungslösungen für moderne Dachflächen
Die Anforderungen an moderne Bauprojekte steigen stetig – von Nachhaltigkeit und Effizienz bis hin zu Langlebigkeit und verlässlicher Planbarkeit. Genau hier setzt die innovative Maschinentechnik Triflex SAM an. Sie ermöglicht eine schnelle, präzise und ressourcenschonende Abdichtung großer Dachflächen und unterstützt Architekten, Planer und Verarbeiter dabei, höchste Qualitätsstandards sicher umzusetzen.
Serielle Stadtlandschaft
Wie viel Stadt steckt im seriellen Wohnbau – und wie viel Gemeinschaft lässt sich in einem System aus rund 1.700 Betonfertigteilen organisieren? Inmitten der Plattenbaulandschaft von Marzahn-Hellersdorf entfaltet die Lion-Feuchtwanger-Straße 61 ein präzise gerastertes Wohnensemble, das aus einem einzigen konstruktiven Prinzip hervorgeht und daraus eine erstaunlich vielschichtige urbane Welt aus Höfen, Laubengängen, Townhouses und gemeinschaftlichen Plateaus entwickelt. Die serielle Struktur wird zur architektonischen DNA eines Ortes, der weit mehr bietet als reine Verdichtung.
Hang, Haus, Fuge
Zwischen Bachufer und Wald, am Ende einer Streusiedlung in den niederösterreichischen Kalkalpen, steht ein kleines Bauernhaus mit rund zweihundertjähriger Geschichte. In der Besitzerfamilie wird es liebevoll „HÄUSL.“ genannt. Über Generationen als Ferienhaus genutzt, immer wieder ergänzt und notdürftig instandgesetzt, hatte sich die bauliche Situation zuletzt zu einem Bündel aus Substanzproblemen, provisorischen Zubauten und einem dauerhaft wirksamen Gegner verdichtet: drückendem Hangwasser.
4 Nominierungen zur Baumit Life Challenge 2026
Zum siebten Mal kürt Baumit Europas außergewöhnliche Fassaden. Die Shortlist steht fest – und Österreich ist gleich in vier von sechs Kategorien nominiert. Im Mai 2026 werden die Auszeichnungen im Rahmen der prestigeträchtigen Veranstaltung in Budapest vor den Augen von renommierter Baumit-Architekten, Investoren und Partner vergeben.
Die neue Freiheit des Bodendesigns
Mit der UNIQUE DESIGN eröffnet PROJECT FLOORS eine neue Dimension der Bodengestaltung. Wie schon die Vorgängerin verabschiedet sich auch die Neuauflage der Kollektion bewusst von klassischen Holz- und Steininterpretationen und setzt stattdessen auf abstrakte Designs und kraftvolle Farben, die inspirieren und Emotionen wecken.
Neue Direktorin des Architekturzentrum Wien
Das Architekturzentrum Wien hat Doris Kleilein als künftige Direktorin vorgestellt. Die Bestellung ist das Ergebnis eines mehrstufigen internationalen Auswahlverfahrens, in dem sich Kleilein gegen mehr als 44 Bewerber*innen aus dem In- und Ausland durchsetzte. Sie folgt auf Angelika Fitz, die ihre Position nach zehn Jahren mit Ende 2026 aus gesundheitlichen Gründen zurücklegt. Ab 2027 wird Kleilein das Haus gemeinsam mit Geschäftsführerin Karin Lux leiten.








