Kategorie: Projekte
Dunkle Hülle warmer Kern
Wer in Gars am Kamp wohnt, hat die Burg stets im Blick. Für die Familie, die auf einem verwilderten Hanggrundstück oberhalb der Ortschaft ihr Zuhause errichtet hat, wurde die mittelalterliche Festung zum Leitmotiv des Entwurfs. Denn das Massivholzhaus von Backraum Architektur ist nicht nur ein privates Refugium, sondern auch eine Loge für die Freiluftopern der Burg. Von der Terrasse, dem Wohnraum oder sogar vom Atelier der Kinder aus öffnen sich die Sichtachsen direkt auf die Bühne am anderen Ufer des Kamps.
Weiße Vulkanlandschaft
Mit einem ersten Flagship-Store in Barcelona betritt das spanische Modelabel ALOHAS die Bühne des stationären Handels – und setzt dabei auf eine architektonische Inszenierung, die über reines Retail-Design hinausgeht. Clap Studio aus Valencia entwickelte auf rund 100 Quadratmetern ein Konzept, das die Identität der Marke in eine räumliche Erfahrung übersetzt.
Gegen das Vergessen
Mitten in Lyon, unweit des Bahnhofs Perrache – Ausgangspunkt zahlreicher Deportationszüge während der NS-Zeit wurde im Frühjahr das Shoah-Mahnmal „The Rails of Memory“ eröffnet. Das von Quentin Blaising und Alicia Borchardt entworfene Projekt ist das Ergebnis von zwanzig Jahren Engagement der „Association pour l’édification d’un Mémorial de la Shoah à Lyon“, unterstützt von ehemaligen Deportierten und Überlebenden von Auschwitz.
Zwischen Schatten und Patina
Das Museum Bezau in Vorarlberg steht exemplarisch für den sensiblen Umgang mit Material, Oberfläche und Licht in der Architektur. Der Umbau und die Erweiterung durch Innauer Matt Architekten demonstrieren, wie Tradition und Moderne, handwerkliche Qualität und sinnliche Erfahrung ein kohärentes Zusammenspiel bilden – bis ins Detail und in jedem Bauteil spürbar.
Wiedergeburt
Das Projekt Warehouse Apartments von OOIIO Architecture ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie sich Städte durch die Umwandlung von ungenutzten Industrieflächen in innovative Wohnlösungen langfristig weiterentwickeln können, ohne dabei ihre Identität einzubüßen oder die Geschichte zu verleugnen. Die Transformation dieses ehemaligen Warenspeichers in Madrid ist damit auch als Teil eines breiteren Trends in postindustriellen Städten zu verstehen.
Mut zur Farbe
Mit POUTx hat das kanadische Büro Studio Author ein radikal neu gedachtes Raumkonzept für eine Injectables-Klinik geschaffen. Anstelle diskreter Zurückhaltung präsentiert sich die Praxis als selbstbewusstes Statement, das Farbe, Material und Licht in eine immersive Architektur übersetzt und dabei die Konventionen des Klinikinteriors auf den Kopf stellt.
Monolithische Ruhe im Bayerischen Wald
Ein Haus aus einem Guss: Mit dem „House with Two Courtyards“ verdichtet BÜRO MÜHLBAUER die regionale Bautradition des monolithischen Bauens zu einer radikal reduzierten Formensprache. Beton, Holz und zwei Gärten strukturieren Räume und Atmosphären und beeinflussen gezielt die Wahrnehmung von Oberflächen.
Ein hölzernes Refugium
Im pulsierenden Levontin-Viertel von Tel Aviv, in einem der markantesten Art-Déco-Gebäude der Stadt, haben Baranowitz + Kronenberg ein 47 m² großes Apartment neu interpretiert. Das Projekt „Getting Set for Another Working Day in Nature“ verbindet Wohnen und Arbeiten in einem kompakten Raumkonzept, das Ruhe, Klarheit und eine subtile Naturverbundenheit ausstrahlt.
Erleuchtetes Skelett
Mit dem Tamburins Flagship Store in Seongsu ist ein ungewöhnliches Retailprojekt entstanden, welches die Substanz eines Bestandsbaus transformiert und durch eine präzise Lichtinszenierung zu einem neuen Erlebnisraum formt. The System Lab verantwortete das architektonische Konzept, während das Lichtdesign von EONSLD entwickelt wurde.
Vom Schulabbruch zum sozialen Wohnraum
Mit dem Projekt „Social Housing 2104“ in Palma de Mallorca realisiert das katalanische Architekturbüro HARQUITECTES ein radikal nachhaltiges und zugleich hochfunktionales Wohngebäude für ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen. Es ist ein Beispiel dafür, wie aus einem vermeintlich unbedeutenden Abriss ein zukunftsweisendes Bauprojekt entstehen kann – mit lokalem Material, ökologischer Intelligenz und hoher gestalterischer Qualität.
Robust und reflektiert
Mit der Erweiterung der Landwirtschaftlichen Fachschule Winklhof zeigen PLOV Architekten, wie sich Gestaltungsqualität, funktionale Effizienz und ökologische Verantwortung zu einem ganzheitlichen Architekturansatz verbinden lassen. Der respektvolle Umgang mit dem Bestand, die Integration kreislaufwirtschaftlicher Prinzipien und der Fokus auf dauerhafte, einfache Lösungen machen das Projekt zu einem beispielhaften Beitrag für zukunftsorientierte Bildungsbauten weit über den landwirtschaftlichen Kontext hinaus.
Zu neuem Leben erweckt
Was tun mit einem schwerfälligen Verwaltungsbau aus den 1970er-Jahren, dessen architektonische Qualitäten diskutierbar sind? In Uppsala stand genau diese Frage im Raum, als die schwedische Lebensmittelbehörde ihre ehemaligen Büros im Hugin-Komplex aufgab. Das Gebäude galt als nicht sanierungsfähig: zu geringe Deckenhöhen, zu kleine Fenster, schlechte Dämmung, kein Bezug zur Straße. Die Empfehlung lautete Abriss. Doch das Projekt Lumi beweist, dass auch vermeintlich unbrauchbare Gebäude das Zeug zur Transformation haben – und zu einem architektonischen Beitrag zur Klimawende werden können.








